Vorarlberg: FPÖ macht mit alter Umfrage Stimmung

11. Februar 2015, 05:30
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In den 96 Vorarlberger Kommunen werden am 15. März Gemeindevertretungen und Bürgermeister gewählt. Die FPÖ möchte die schwarze Dominanz brechen und macht mit einer alten Umfrage Stimmung

Bregenz – Am 15. März wird in den 96 Vorarlberger Gemeinden gewählt. In Städten und Dörfern dominiert die Farbe Schwarz. Lediglich vier von 96 Gemeinden haben Bürgermeister, die nicht der Volkspartei angehören oder nahe stehen. Am Land wird sich an diesem Verhältnis nichts ändern und auch in den fünf Städten sitzen die VP-Bürgermeister(in) gut gepolstert. Auch wenn das die FPÖ gerne anders hätte.

Die Freiheitlichen machen mit einer Meinungsumfrage aus dem Vorjahr kräftig Stimmung. Glaubt man ihnen, müssen die Bürgermeister aller Städte um ihre (absoluten) Mehrheiten bangen. In Hohenems, wo sich FPÖ-Parteichef Dieter Egger als Bürgermeister bewirbt, sollen laut FPÖ-Umfrage beide Parteien gleich stark sein, in der Direktwahl würde Egger den amtierenden Bürgermeister Richard Amann (VP) überholen.

Auch in Bludenz, Feldkirch und Dornbirn wackelt laut FPÖ die Absolute, ebenso in der ehemals blauen Hochburg Lustenau. Dort könnten VP und FPÖ nach dem 15. März beinahe gleich stark sein, errechnete das Institut Berndt für die FPÖ. Der Haken an den blauen Prognosen: Die Umfrage wurde zwischen Oktober und Dezember des Vorjahrs gemacht, als noch nicht feststand, wer in den Gemeinden überhaupt kandidieren wird.

In Lustenau beispielsweise wurden für die Neos sechs Prozent prognostiziert. Die Pinken treten aber gar nicht an. Womit die Rechnung der Freiheitlichen, im ORF am Montag präsentiert, längst überholt ist.

Pink hat Personalmangel

Die Neos, seit September mit zwei Mandaten im Landtag vertreten, werden die Volkspartei in den Gemeinden nicht gefährden. Sie haben lediglich Personal für vier Kommunen gefunden. Die größten Chancen rechnen sie sich in Dornbirn aus, wo Nationalratsabgeordneten Gerald Loacker Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (VP) herausfordert.

In der Landeshauptstadt Bregenz will SPÖ-Chef Michael Ritsch den seit 17 Jahren amtierenden Bürgermeister Markus Linhart (VP) in die Stichwahl zwingen. Gute Chancen in der Direktwahl könnte aber auch die Gastronomin Andrea Kinz (FP) haben. Die Grünen, die in Bregenz seit 2005 mit der VP regieren, sehen ihre Kandidatin nicht in der Stichwahl, sondern an der Seite Linharts: Sandra Schoch will Vizebürgermeisterin bleiben.

Die SPÖ kandidiert in 30 Gemeinden, in einer davon, in Bürs (Bezirk Bludenz) stellt sie den Bürgermeister. Erklärtes Ziel der Sozialdemokraten ist, die Bürser Bastion zu halten.

Die Grünen, seit Oktober des Vorjahres auf Landesebene Regierungspartner der VP, kandidieren in 25 Gemeinden. In 14 davon führen Frauen die Listen an.

Auch bei dieser Wahl werden Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterdirektwahl auf einem Stimmzettel durchgeführt. Eine Änderung konnten SPÖ und FPÖ im Landtag nicht durchsetzen. (Jutta Berger, DER STANDARD, 11.2.2015)

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