Libyen: Rund 400.000 Menschen auf der Flucht

10. Februar 2015, 13:12
16 Postings

Menschenrechtler ziehen düstere Bilanz vier Jahre nach Gaddafi

Tripolis - Der Bürgerkrieg in Libyen hat rund 400.000 Menschen die Heimat geraubt. Dies geht aus einem Bericht des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Genf hervor. 130.000 Menschen hätten im vergangenen Jahr von Libyen aus per Boot Italien erreicht, 3.000 Menschen seien dabei ums Leben gekommen.

Die Liste der von der UN dokumentierten Menschenrechtsverstöße ist lang. Tausende Menschen säßen in Lagern ohne jede behördliche Aufsicht fest. Viele Migranten aus anderen afrikanischen Ländern würden festgehalten, sexuell missbraucht und als Arbeitssklaven eingesetzt. Es gebe Massenhinrichtungen und Fälle, in denen gefangene Gegner geköpft würden, heißt es in dem Bericht. Besonders Mitarbeiter von Justiz und Staatsanwaltschaft würden Opfer der Verfolgungen.

Die UN-Behörde rief am Dienstag alle Kriegsparteien eindringlich auf, die Zivilisten zu schonen. In Libyen kämpfen mehrere Milizen um die Macht in dem ölreichen Land. Darunter sind jihadistische Gruppen, aber auch zwei zu konkurrierenden Regierungen gehörende Milizen. Im Laufe der Woche sind Friedensverhandlungen geplant. (APA, 10.2.2015)

Share if you care.