RBI zieht sich aus Polen, Slowenien und Asien zurück

10. Februar 2015, 00:20
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Nach Jahresverlust 2014 von rund 490 Millionen Euro - Auch die Direktbank Zuno wird verkauft

Wien - Der Aufsichtsrat der börsennotierten Raiffeisen Bank International (RBI) hat am Montagabend einen harten Schrumpfkurs beschlossen: Um Kapital freizuschaufeln, wurden die Banktöchter in Polen und Slowenien zum Verkauf gestellt. Auch die Direktbank Zuno wird verkauft.

In Russland wird das Risiko bis zum Jahr 2017 um 20 Prozent zurückgefahren. In der Bilanz 2014 wurde der Firmenwert der Russlandtochter schon abgeschrieben. In der Ukraine werden die Bilanzrisiken bis 2017 sogar um 30 Prozent abgebaut.

Bis Ende 2017 werden zudem die Geschäftsaktivitäten in Asien, wo zuletzt hohe Kreditrisikovorsorgen gebildet werden mussten, und schon bis Ende 2016 in den USA signifikant zurückgefahren oder ganz aufgegeben. Dies teilte die Bank am Abend mit. Mit den Maßnahmen würden die risikogewichteten Assets bis Ende 2017 um 16 Milliarden Euro reduziert. Allerdings könnte der Effekt durch organisches Wachstum in anderen Märkten kompensiert werden. Unter dem Strich will die Raiffeisen Bank International ihre Kernkapitalquote bis Ende 2017 von derzeit zehn auf zwölf Prozent anheben.

Ihren Jahresverlust hat die RBI nach vorläufigen Zahlen 2014 mit 493 Millionen Euro ganz knapp unter der selber vorgegebenen Höchstgrenze von einer halben Milliarde Euro gehalten - der STANDARD berichtete bereits vorweg. Eine Dividende auf das Aktienkapital entfällt deshalb. Neben der Abgabe von Geschäftsaktivitäten gibt es im Raiffeisensektor auch Diskussionen über eine Straffung der Strukturen. Dabei könnten die Landesbanken und das Spitzeninstitut Raiffeisen Zentralbank zusammenrücken. (red; APA, DER STANDARD, 10.2.2015)

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