Odenkirk über "Better Call Saul": "Heller und lustiger als 'Breaking Bad'"

9. Februar 2015, 17:36
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Wer im Fernsehen kocht, der muss kein Guter sein - aber auch kein Drogenbastler: "Better Call Saul", das Spin-off von "Breaking Bad", kommt in die deutschsprachige Fernsehwelt. Bob Odenkirk verrät bei der Gelegenheit, was er am Titelbösen liebt: "Angst"

Saul Goodman kocht. Und wie schon einmal im Serienkosmos ist die Kochschürze kein Zeichen für kontemplative Beschäftigung oder freudvolle Versorgungstätigkeit.

Die erste Szene in der neuen US-Serie "Better Call Saul" ist nichts anderes als die Wiederholung dessen, was Serienerfinder Vince Gilligan bereits in "Breaking Bad" so gnadenlos gut inszeniert hat: was passieren muss, damit ein unbescholtener Bürger tief ins Kriminal abrutscht.

Der Drogen kochende Chemieprofessor Walter White hat es hinter sich. Dem in einer Schnellimbissstation Teig knetenden Jimmy McGill, der sich bald Saul Goodman nennt, steht noch einiges bevor.

Wohin nur mit dem Talent?

In den USA hatte "Better call Saul" auf AMC Premiere. Im deutschsprachigen Raum hat Netflix die Onlinerechte, ab Mittwoch sind die ersten beiden Folgen abrufbar. Danach stellt Netflix jeweils dienstags die neueste Folge online.

Netflix lud in Berlin zu Interviews mit Bob Odenkirk alias Saul Goodman: "Die Frage ist doch, welche Person hinter Saul Goodman steckt. Ich denke, er ist getrieben von der Idee, sich selbst finden zu wollen. Er hat ein Talent, aber er weiß nicht, wohin damit."

Resultat: Nach 13 Folgen ist Jimmy McGill nicht mehr er selbst, sondern Saul - einer der abgefeimtesten Anwälte der Seriengeschichte. Immerhin: Sein Talent hat er offenbar gefunden.

"Better call Saul" ist die Vorgeschichte zu "Breaking Bad" und laut Odenkirk ist diese neue Serie "heller und lustiger" als das düstere Drogenepos zuvor.

Die Liebe zur Angst

Nach der dritten Staffel von "Breaking Bad" habe ihn Showrunner Vince Gilligan gefragt, was er von der Idee eines Spin-offs halten würde, erzählt der Goodman-Darsteller in Berlin. Schließlich hätten Crewmitglieder schon nach dem ersten Drehtag von "Breaking Bad" den Wunsch nach mehr geäußert.

In der Biografie des 52-jährigen stellte die Dramaserie einen Bruch dar. Odenkirk ist anerkannter Sketch-Autor und Comedian, 25 Jahre lang schrieb er Gags für die wichtigste Comedyshow des Landes, "Saturday Night Live". Den zynischen Charakter Goodman liebt er wegen dessen "Angst".

Am Text von Vince Gilligan hat der erfahrene Autor keine Silbe geändert: "Es war eine große Freude, die Rolle genauso zu spielen."

Eine Rückkehr der "Breaking Bad"-Serienhelden Bryan Cranston und Aaron Paul hält er für ausgeschlossen. Aber, und jetzt klingt er wie Anwalt Saul: "Es ist möglich." Ein kleiner Cliffhanger am Ende, der die Neugier wachhält, schadet ja auch Interviews nicht. (Doris Priesching aus Berlin, DER STANDARD, 10.2.2015)

Trailer

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Die Reisekosten für Präsentation und Interview in Berlin übernahm Netflix.

  • "Er hat ein Talent, aber er weiß nicht, wohin damit": Bob Odenkirk über seine Rolle Saul Goodman - und damit einen der abgefeimtesten Anwälte der Seriengeschichte in "Better Call Saul".
    foto: ap/coyote

    "Er hat ein Talent, aber er weiß nicht, wohin damit": Bob Odenkirk über seine Rolle Saul Goodman - und damit einen der abgefeimtesten Anwälte der Seriengeschichte in "Better Call Saul".

  • Bod Odenkirk in "Breaking Bad".
    foto: ap/coyote

    Bod Odenkirk in "Breaking Bad".

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