Südkoreas Ex-Geheimdienstchef muss hinter Gitter

9. Februar 2015, 15:08
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Verleumdungskampagne im Internet gegen Präsidentschaftskandidaten

Seoul - In einem Skandal um versuchte Manipulation des südkoreanischen Präsidentenwahlkampfs von 2012 ist der frühere Geheimdienstchef Won Sei-hoon zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht verwarf am Montag die Verurteilung des 64-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe durch eine Vorinstanz.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Ex-Direktor des Aufklärungsdienstes NIS vor, mit Hilfe von Untergebenen eine Verleumdungskampagne im Internet gegen den aussichtsreichsten Kandidaten der Opposition organisiert zu haben. Die Wahl hatte die Kandidatin der konservativen Regierungspartei, Park Geun-hye, gewonnen.

"Es kann wohl gesagt werden, dass Won die Absicht hatte, sich in die Wahl einzumischen", wurde der Richter von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Won habe unter anderem gegen die Pflicht von NIS-Beamten verstoßen, politisch neutral zu bleiben.

Das Urteil sei unfair, habe Won geäußert, bevor er in ein Gefängnis gebracht worden sei. "Ich dachte, dass ich für das Wohl des Landes gearbeitet habe." Won hatte den NIS von 2009 bis 2013 geleitet. (APA, 9.2.2015)

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