Wie ein Uber-Chauffeur 250.000 Dollar im Jahr verdient

9. März 2015, 17:36
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Gavin Escolar wandelt sein Fahrzeug in ein mobiles Geschäft um – und zeigt Kunden Schmuck, während er fährt

Eine Taxifahrt: Der Passagier sitzt bequem auf der Sitzbank, möchte oft unterhalten werden und kann nicht aussteigen. Welche Situation wäre besser für ein Verkaufsgespräch geeignet? Das dachte sich zumindest der Uber-Chauffeur Gavin Escolar. Er hatte in den vergangenen Jahren mehr oder weniger erfolglos probiert, als Schmuckdesigner tätig zu sein. Das Geschäft lief so schlecht, dass er sich bei der App Uber anmeldete, um als Fahrer tätig zu sein. Bei seinen Fahrten kam er mit Gästen ins Rede, die ihn nach seiner Schmuckkollektion fragten.

Mobiler Juwelier

Da beschloss Escolar, einen Katalog zu drucken und einige Teile mit ins Auto zu nehmen – und geboren war sein mobiles Schmuckgeschäft. Das gewann so an Fahrt, das er im vergangenen Jahr über 250.000 Dollar verdiente – und das abzüglich seiner Expansionskosten: Denn wie Forbes berichtet, engagierte Escolar sechs weitere Fahrer, die in drei Uber-Autos über seine Schmucklinie sprachen.

Uber unterstützt "Nebengeschäfte"

Der Fahrtenvermittler Uber sieht solche "Nebengeschäfte" nicht nur gelassen, sondern unterstützt sie aktiv. "Uber macht alles, um die lokale Wirtschaft anzukurbeln", so ein Firmensprecher zu Forbes. Tatsächlich sollen Schätzungen zufolge rund ein Drittel der Uber-Fahrer während der Fahrt ihre Erzeugnisse oder Dienstleistungen anbieten. Schwierig sei die Balance, Fahrgäste nicht zu belästigen, schreibt Forbes.

Gute Bewertungen

Escolar schafft das offenbar: Sogar Vogue-Redakteure zeigten sich von seiner Kollektion begeistert, als sie ihn als Uber-Chaffeur engagierten. Auch Investment-Spezialist Shervin Pishevar sympathisiert mit Escolar, der ihn mehrmals chauffiert hat. Er denkt, dass diese Art der mobilen Verkaufsshow zeitsparend, unterhaltsam und zukunftsweisend ist. Die meisten Passagiere scheinen dem zuzustimmen: Escolars Bewertungen sind mit 4.85/5 (Uber Black), 4.87/5 (UberX) und 4.95/5 (Uber-Konkurrent Lyft) hervorragend. (fsc, derStandard.at, 9.3.2015)

  • Uber-Chauffeure dürfen offiziell "Nebengeschäften" während der Fahrt nachgehen
    foto: ap

    Uber-Chauffeure dürfen offiziell "Nebengeschäften" während der Fahrt nachgehen

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