Stadtnaher Korridor für Linzer Ostumfahrung vorgeschlagen

9. Februar 2015, 14:18
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Vertiefende Untersuchungen - Kein konkreter Realisierungszeitpunkt - Grüne für "Nullvariante", SPÖ-Luger erwartet sorgfältiges Vorgehen

Linz - Die Korridoruntersuchung zur geplanten Linzer Ostumfahrung ist abgeschlossen. Die nach zehn Regionskonferenzen ausgewählte Trasse verläuft stadtnah von Ebelsberg nach Treffling und sieht eine teilweise Untertunnelung vor. Nun stehe eine vertiefende Untersuchung und Optimierung an, teilte der zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl (ÖVP) mit. Es gebe noch keinen konkreten Realisierungszeitpunkt.

Die 2004 im Linzer Gemeinderat beschlossene Ostumfahrung soll die West- mit der Mühlkreisautobahn (A1 und A7) verbinden, die A7 im Stadtgebiet entlasten und den Zentralraum im Wettbewerb um Unternehmen stärken. Es bedürfe weiterer Untersuchungen, um die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit des Projektes zu prüfen, betonte Hiesl.

Freihalten von Bebauung

Ein Raumordnungsprogramm soll sicherstellen, dass sämtliche Neuwidmungen und Baugenehmigungen im Trassenbereich unter dem Vorbehalt einer Zustimmung des Landes Oberösterreich stehen. Die Festlegung eines Korridors beabsichtige ausschließlich das Freihalten von Bebauung und stelle keine Vorentscheidung für eine Bauentscheidung dar, hieß es.

Die nun vorgeschlagene Auswahltrasse stelle die ausgewogenste dar, sie verbinde hohe Verkehrswirksamkeit mit geringeren Auswirkungen auf die angrenzenden Stadt- und Siedlungsbereiche. Sie bindet die Umfahrung bei Ebelsberg an die Westautobahn an. Nach dem Knoten Ebelsberg soll die Straße in einen Tunnel, zuerst bergmännisch, dann als Einhausung, abtauchen. In einem langen Rechtsbogen werden Traun und Westbahnstrecke sowie Umfahrung Ebelsberg überquert, bevor die Trasse links des Flusses verläuft. Hier ist eine Anbindung an das Industriegebiet möglich. Im Bereich der Traunmündung wird die Donau gequert und Steyregg östlich passiert. Die Landesstraße B3 soll eine Anschlussstelle bekommen. Nach Überquerung der Summerauer Bahn ist ein bergmännischer Tunnel über etwa fünfeinhalb Kilometer Richtung Norden geplant. Die Mühlkreisautobahn soll östlich von Mittertreffling mit der Ostumfahrung in einem Knoten Treffling verbunden werden.

Keine Schnellschuss-Überprüfungen

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl sah die Entscheidung als wichtiges Signal für die Wirtschaft, sei diese doch auf gute Verkehrsanbindungen angewiesen. Der Linzer SPÖ-Bürgermeister Klaus Luger erwartet sich laut Pressemitteilung "keine Schnellschuss-Überprüfungen, sondern ein sorgfältiges Vorgehen. Ist das nicht gegeben, wird es von meiner Seite kein grünes Licht für eine Zustimmung geben", sagte er.

Die in den Regionalkonferenzen eingebrachten Einwände seien nach wie vor aufrecht, so bringe die Variante massive Einschnitte für die Wohngebiete in Ebelsberg und verlaufe unmittelbar neben dem Europaschutzgebiet Traun-Donau-Auen. Die Linzer ÖVP hält zwar eine Ostumfahrung für nötig, die Machbarkeit in Ebelsberg sei aber weiterhin offen.

Öffi-Offensive und Filteranlagen

Die Grüne Verkehrssprecherin Ulrike Schwarz stellte in einer Pressemitteilung fest: "Die oberösterreichische Verkehrspolitik muss endlich ihren Horizont erweitern und das ständige Schielen auf die Interessen der Tunnelbau-Lobby beenden." Ebenso wie die Linzer Klubobfrau und Mobilitätssprecherin Gerda Lenger sieht sie eine Nullvariante und "endlich eine Öffi-Offensive" als beste Lösung.

Die Bürgerinitiative Ostumfahrung fordert eine Einhausung der unmittelbar an das Tunnel-Portal anschließenden Brücke über die Steyregger Au. Zudem seien entsprechende Filteranlagen zur Reinigung der Tunnel-Abgase vorzusehen. (APA, 9.2.2015)

  • Die Ostumfahrung soll die West- mit der Mühlkreisautobahn (A1 und A7) verbinden (Symbolfoto).
    foto: apa/werner kerschbaummayr

    Die Ostumfahrung soll die West- mit der Mühlkreisautobahn (A1 und A7) verbinden (Symbolfoto).

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