Chiphersteller Qualcomm zahlt wohl Milliarden-Kartellstrafe in China

9. Februar 2015, 13:35
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Vereinbarung zwischen US-Konzern und Wettbewerbshütern könnte noch am Montag bekanntgegeben werden

Der US-Chiphersteller Qualcomm wird Reuters-Informationen zufolge in China wegen Kartellverstößen wahrscheinlich eine Rekordstrafe von einer Milliarde Dollar zahlen. Eine entsprechende Vereinbarung könnte noch am Montag bekanntgemacht werden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Bei einem Treffen zwischen hochrangigen Qualcomm-Managern und Vertretern der für die Wettbewerbsaufsicht zuständigen Behörde NDRC am Freitag habe es deutliche Fortschritte gegeben. Eine solche Strafe wäre das höchste Bußgeld, das je gegen ein Unternehmen in China verhängt wurde.

Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung

Dem Konzern wird Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung vorgeworfen. Er steht im Verdacht, für seine Mobilfunk- und Netzwerktechnik in China höhere Lizenzgebühren als in anderen Ländern zu verlangen. Dem Insider zufolge sieht die Einigung ferner vor, dass Qualcomm seine Gebühren in der Volksrepublik um etwa ein Drittel senken dürfte.

Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) werde bald einen neuen Antimonopol-Vergleich veröffentlichen, wurde Behördenchef Xu Kunlin auf der Internetseite der staatlichen Zeitung "Securities Times" zitiert. "Die Strafe für Qualcomm wird ein Vielfaches von dem Betrag sein, den die NDRC im vergangenen Jahr insgesamt an Strafen verhängt hat." Von NDRC war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Eine Qualcomm-Sprecherin wollte sich nicht dazu äußern.

Der Konzern will seine Geschäfte in China ausweiten. Dort erwirtschaftete er im vorigen Geschäftsjahr (per 28. September) rund die Hälfte seines Umsatzes von insgesamt 26,5 Mrd. Dollar (23,15 Mrd. Euro). (APA, 9.2. 2015)

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