HCB: Zementwerk zahlte über eine Million Euro für Futtermittelaustausch

9. Februar 2015, 12:28
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Für Geschäftsführer kein Schuldeingeständnis sondern "Nachbarschaftshilfe"

Klagenfurt - Die Firma w&p, die das Zementwerk Wietersdorf im Kärntner Görtschitztal betreibt, hat seit November über eine Million Euro für den Austausch von mit dem Umweltgift HCB belasteten Futtermitteln, für Labortests und Zahlungen an Bauern ausgegeben. Als Schuldeingeständnis will Geschäftsführer Wolfgang Mayr-Knoch die Kostenübernahme nicht verstanden wissen, es sei mehr eine "Nachbarschaftshilfe".

"Das hat nichts mit Schuld zu tun, das ist unsere Verantwortung für das Görtschitztal", sagte er. Wie viel w&p im Zusammenhang mit der Verseuchung des Tals durch Hexachlorbenzol noch ausgeben wird, konnte er nicht sagen. "Wir wissen die Futtermittelmengen nicht, die noch zu entsorgen sind."

Im November vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass im Zementwerk im Görtschitztal zwei Jahre lang mit HCB kontaminierter Blaukalk verbrannt worden und die Chemikalie in die Umwelt gelangt war. Milch und Milchprodukte sowie Fleisch und andere Lebensmittel aus der Region wiesen zum Teil HCB-Belastungen über den Grenzwerten auf. Seit Dezember darf das Werk keinen Blaukalk mehr verwenden. An der Aufarbeitung des Skandals sind Justiz, Landtag sowie eine von der Landesregierung eigens dafür eingerichtete Kommission beteiligt. (APA, 9.2.2015)

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