ILO: "Grexit" würde Deutschland Jobs kosten

9. Februar 2015, 10:36
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Alleine in den nächsten zwei Jahren würden über 200.000 Stellen in Deutschland verloren gehen, rechnet die Organisation vor

Berlin - Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone würde nach Ansicht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland führen. Wie die "Bild"-Zeitung vom Montag unter Berufung auf die Berechnungen der Organisation berichtete, würden in einem solchen Fall in Deutschland im Jahr 2016 rund 80.000 Stellen verloren gehen, 2017 dann weitere 150.000 Stellen.

ILO-Chefvolkswirt Ekkehard Ernst sagte der Zeitung, die Zahlen seien ein "Weckruf an die politisch Verantwortlichen, gemeinsam eine tragfähige Lösung für Griechenland zu finden". Erst am Sonntag hatte der ehemalige Chef der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan, gesagt, letzten Endes werde die Schuldenkrise auf einen Austritt Athens aus der Eurozone hinauslaufen. Es gebe keine "einfache Lösung" der Krise, sagte er.

Die neue griechische Regierung will aus dem bisherigen Hilfsprogramm aussteigen und stattdessen mit Hilfe einer Überbrückungsfinanzierung eine neue langfristige Lösung aushandeln. Das aktuelle Hilfsprogramm in Höhe von 240 Milliarden Euro läuft Ende Februar aus. Ohne eine Anschlussfinanzierung droht Griechenland bald die Pleite. (APA, 9.2.2015)

  • Ein Grexit würde nicht nur Griechenland treffen, sagt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO).
    foto: reuters riha jr

    Ein Grexit würde nicht nur Griechenland treffen, sagt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO).

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