Wie der VPN-Boom virtuelle Landesgrenzen auflöst

9. Februar 2015, 10:22
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Netflix und Co. als Antriebsfeder - Millionen Nutzer sichern sich Zugang zu regional gesperrten Angeboten

Millionen Menschen sind im Internet mittlerweile über einen VPN-Dienst unterwegs. Tendenz: Steigend. VPNs helfen nicht nur dabei, sich anonymer im Netz zu bewegen, sondern ermöglichen es unter anderem, mit einer IP-Adresse aus einem anderen Land zu surfen.

Und vor allem das ist ein Nutzen, den zunehmend mehr Menschen zu schätzen wissen, kann man doch auf diese Weise virtuelle Landesgrenzen durchbrechen und sich Inhalte ansehen, die aus urheberrechtlichen Gründen sonst nicht verfügbar wären. Etwa diverse Filme und Serien auf Netflix, in deren Genuss man sonst nur in den USA oder Kanada kommt.

Riesiger Zulauf

Dementsprechend werben die VPN-Anbieter auch immer stärker damit, dass man sich derlei Dienste über sie zugänglich machen kann. Oft können Kunden fließend zwischen den gewünschten Regionen wechseln.

Einer der Dienste ist PureVPN. "Sie werden erstaunt sein, wie viele Leute Sachen ansehen wollen", sagt Uzar Gadit, Mitgründer der Firma, gegenüber der New York Times. Er schätzt, das weltweit mittlerweile 20 Millionen Konsumenten auf VPNs zurückgreifen. Seine Firma verzeichnet seit zwei Jahren jeweils hundertprozentiges Wachstum und rechnet auch 2015 damit.

Schwer aufspürbar

Offiziell verbieten die Nutzungsbedingungen von Netflix das Umgehen der Länderbeschränkungen. Beim Streaminganbieter ist man sich aber im Klaren darüber, dass diese Auflage längst nicht überall respektiert wird. Es sei jedoch schwer, VPNs aufzuspüren, dementsprechend gebe es nur wenig Handhabe.

Wandel

"Es gibt eine Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung, dass man über das Internet kriegt was man will und Verbreitungskanäle keine Rolle mehr spielen und der Praxis der Rechteinhaber, Sachen mit territorialen Beschränkungen zu verkaufen", sagt Medien- und Copyrightexperte Tim Wu von der Columbia Law School. Je mehr Leute auf VPN-Dienste und ähnliche Maßnahmen zurückgreifen, desto eher werde sich die Unterhaltungsindustrie anpassen. (gpi, derStandard.at, 09.,02.2015)

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