Tausende Aleviten demonstrierten in Istanbul für laizistischen Staat

9. Februar 2015, 07:59
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Organisatoren fürchten Ausgrenzung von Minderheiten

Istanbul - Tausende Mitglieder der alevitischen Religionsgemeinschaft haben am Sonntag in Istanbul für die Bewahrung des Laizismus in der Türkei demonstriert. Die Organisatoren der Kundgebung warfen der islamisch-konservativen AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan vor, die Türkei in einen "reaktionären" Staat zu verwandeln, der auf den Glauben und die Identität seiner Minderheiten keine Rücksicht nehme.

Die Aleviten sind eine islamische Religionsgemeinschaft, die sich im Mittelalter im Gebiet der heutigen Türkei entwickelte. Neben islamischen Einflüssen spielen auch andere religiöse Traditionen eine Rolle. Anders als sunnitische und schiitische Muslime beten Aleviten nicht in Moscheen, sondern in Versammlungshallen, auch hat das islamische Rechtssystem, die Sharia, für sie keine Bedeutung. Mit schätzungsweise mindestens zehn Prozent der Bevölkerung sind die Aleviten die größte Minderheit in der mehrheitlich sunnitischen Türkei. (APA, 8.2.2015)

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