Entscheidende Runde bei Parlamentsnachwahl in Frankreich

8. Februar 2015, 13:39
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Front-National-Kandidatin könnte in Nationalversammlung einziehen

Paris - Im Osten Frankreichs haben die Wähler am Sonntag über den möglichen Einzug einer weiteren Kandidatin der rechtsextremen Partei Front National (FN) in die Nationalversammlung entschieden. Sophie Montel hatte im ersten Durchgang vor einer Woche im Département Doubs mit knapp 33 Prozent die meisten Stimmen erzielt.

In der Stichwahl trat sie gegen den sozialistischen Kandidaten Frédéric Barbier an, der in der ersten Runde auf knapp 29 Prozent gekommen war. Bei der Nachwahl geht es um die Besetzung des Abgeordnetensitzes des Sozialisten Pierre Moscovici. Der ehemalige Finanzminister war im November EU-Wirtschafts- und Währungskommissar geworden.

Die FN-Kandidatin Montel hatte in ihrer Wahlkampagne aus den islamistischen Anschlägen in Paris mit 17 Toten Anfang Jänner Kapital zu schlagen versucht und vor der "islamistischen Gefahr" gewarnt. In ihrem Wahlkreis hatte die rechtsextreme Partei bei den Europawahlen im vergangenen Jahr 36 Prozent der Stimmen bekommen. Sollte Montel die zweite Wahlrunde gewinnen, zöge sie als dritte FN-Abgeordnete in die französische Nationalversammlung ein. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr.

Die FN-Partei hatte im vergangenen Jahr mehrere Wahlerfolge erzielen können: Bei den Kommunalwahlen im März eroberte sie rund ein Dutzend Rathäuser, bei den Europawahlen im Mai wurde sie mit knapp 25 Prozent erstmals stärkste Kraft in Frankreich. (APA, 8.2.2015)

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