Vorarlberger Gemeinderatswahlen: Rennen in Städten offen

8. Februar 2015, 12:21
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Am 15. März werden die Bürgermeister in Vorarlberg neu gewählt

Bregenz - Der Ausgang der Vorarlberger Gemeindewahl am 15. März ist in Dornbirn und Feldkirch ist weitgehend offen. In Hohenems und Bregenz rücken mit Dieter Egger (FPÖ) und Michael Ritsch (SPÖ) zwei Landesparteichefs ins Scheinwerferlicht der Stadtpolitik.

Daran, dass die Vorarlberger Gemeinden in der Regel "tiefschwarz" sind, wird sich am 15. März nicht viel ändern. In 92 der 96 Ländle-Kommunen regieren Bürgermeister, die entweder der ÖVP angehören oder in ihrer Haltung nicht weit von der Volkspartei entfernt sind. In den Städten steht jedoch ein sehr spannender Wahltag bevor.

Stichwahl in Hohenems wahrscheinlich

In Hohenems könnte sich Dieter Egger eine neue Perspektive schaffen, falls er die ÖVP oder zumindest den amtierenden Bürgermeister Richard Amann überholen kann. Egger hat bereits zu Beginn seiner politischen Karriere fünf Jahre Erfahrung in der Stadtpolitik gesammelt und würde sich bei einem Erfolg von der FPÖ-Parteispitze und aus der Landespolitik zurückziehen. Amann ist seit 2004 im Amt, bei der Bürgermeisterdirektwahl 2010 setzte er sich im ersten Wahlgang mit 51,06 Prozent Stimmenanteil (2005: 65,45 Prozent) durch. Die Hohenemser ÖVP verlor vor fünf Jahren ihre absolute Mehrheit, sie fiel von 54,55 Prozent auf 43,76 Prozent. Die FPÖ hingegen legte um knapp zehn Prozentpunkte von 12,87 auf 22,66 Prozent zu. Eine Stichwahl zwischen Egger und Amann scheint sehr wahrscheinlich.

Gastronomin tritt für FPÖ an

Zu einer Stichwahl könnte es auch in der Landeshauptstadt Bregenz kommen, wo Markus Linhart (ÖVP) seit 1998 Bürgermeister ist. Neben Ritsch, der seit 1995 Stadtrat ist und der Linhart bereits 2005 in eine Stichwahl zwang und nur knapp unterlag, bewirbt sich auch die in Bregenz allseits bekannte Gastronomin Andrea Kinz (FPÖ) um den Bürgermeister-Sessel. Auch sie ist möglicherweise eine Kandidatin für die Stichwahl. In Bregenz regiert seit 2005 Schwarz-Grün, 2010 ging die Wahl so aus: ÖVP 48,76 Prozent, SPÖ 26,28 Prozent, Grüne 10,40 Prozent, FPÖ 8,48 Prozent.

Anders als bei den vergangenen Gemeindewahlen präsentiert sich die Ausgangslage in Feldkirch und Dornbirn. Wilfried Berchtold (ÖVP) ist in Feldkirch zwar schon seit 1991 Stadtoberhaupt und fuhr in der Vergangenheit furiose Wahlresultate für die ÖVP und sich selbst ein (2010: ÖVP - 67,62 Prozent, Bürgermeisterwahl: 76,20 Prozent).

Dornbirn dürfte schwarz bleiben

In Dornbirn wechselte Andrea Kaufmann (ÖVP) im Mai 2013 aus der Landesregierung auf den Bürgermeistersessel ihrer Heimatstadt. Zuvor hatte der sehr beliebte Parteikollege Wolfgang Rümmele seit 1999 die Geschicke der Stadt geführt. Ob Kaufmann die Werte ihres Vorgängers - 2010: ÖVP 51,82 Prozent, Bürgermeisterwahl: 57,39 Prozent - erreichen kann, wird sich zeigen. In Österreichs größter Marktgemeinde Lustenau wären alles andere als ein Erfolg von Bürgermeister Kurt Fischer und der ÖVP eine große Überraschung. Die ÖVP brach 2010 (51,11 Prozent; Fischer: 58,99 Prozent) erstmals seit den 1960er Jahren die FPÖ-Dominanz in Lustenau.

Besonders gespannt sein darf man außerdem darauf, ob sich die erstmalige Regierungsbeteiligung der Grünen auf Landesebene auf das Abschneiden bei der Gemeindewahl auswirkt. 2010 schaffte es Grünen-Kandidat Klaus Schmid in Göfis (Bez. Feldkirch) in die Stichwahl, in der er aber unterlag. Die Grünen haben in Vorarlberg noch nie ein Gemeindeoberhaupt gestellt. Von der FPÖ waren 2010 drei Bewerber erfolgreich, 2012 trat allerdings Langzeitbürgermeister Burkhard Wachter (Vandans, Bez. Bludenz) aus Ärger über Parteichef Heinz-Christian Strache aus der FPÖ aus. In Bürs (Bez. Bludenz) steht mit Georg Bucher ein Sozialdemokrat an der Spitze der Gemeinde. Er folgte 2013 Helmut Zimmermann nach, der 2010 die Wahl für die SPÖ gewonnen hatte.

Neos treten in 96 Gemeinden an

Die Neos werden am 15. März in vier der 96 Kommunen antreten. "Pink" wird in den drei Bezirkshauptstädten Bregenz, Dornbirn und Feldkirch sowie in der Marktgemeinde Hörbranz (Bez. Bregenz) wählbar sein. In Hörbranz eroberte 2010 Christoph Hagen für das BZÖ drei Mandate - es waren landesweit die einzigen orangen Mandate (bei 1.779 vergebenen Sitzen). Hagen - mittlerweile Team Stronach - tritt heuer nicht mehr bei der Gemeindewahl an. "Ich habe in der Gemeinde fast alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe", sagte er auf APA-Anfrage. Er wolle sich in seiner politischen Arbeit auf Wien konzentrieren. (APA, 8.2.2015)

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