Prinz Charles besorgt über schwindende Zahl von Christen in Nahost

8. Februar 2015, 11:36
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Auch Radikalisierung junger Muslime macht Thronfolger Sorgen

London/Bagdad - Der britische Prinz Charles macht sich Sorgen um die schwindende Zahl der Christen im Nahen Osten. Sie seien in den von der Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) kontrollierten Gebieten "unglaublichen Einschüchterungen" ausgesetzt, sagte der 66-jährige Thronfolger in einem Interview, das die BBC am Sonntag ausstrahlte.

Dem Prinzen zufolge besteht die "Gefahr", dass im Nahen Osten durch Massenflucht nur noch "sehr, sehr wenige" Christen übrig bleiben. Dabei gebe es sie dort schon "seit 2000 Jahren", lange vor dem Aufkommen des Islam im 8. Jahrhundert. Dadurch ergebe sich eine "noch größere Tragödie".

Besorgt äußerte sich der Prince of Wales auch über die "erschreckende" Zahl junger Muslime, die durch "verrücktes Zeug" im Internet radikalisiert würden. Der britische Thronfolger sprach sich in diesem Zusammenhang für mehr Prävention aus, um einem Abgleiten von Jugendlichen in den Islamismus entgegenzuwirken.

Prinz Charles ist seit Samstag im Nahen Osten. Bis Donnerstag besucht er Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Mitglieder des britischen Königshauses beziehen traditionsgemäß keine Stellung zu politischen Themen. Königin Elizabeth II. hat diese Diskretion zur höchsten Kunstform entwickelt. Ihr ältester Sohn dagegen äußert sich immer wieder offen zu Themen, die ihm wichtig sind - von genveränderten Lebensmitteln bis hin zu moderner Architektur. Seine unverblümten Aussagen stoßen nicht immer auf Verständnis. (APA, 8.2.2015)

  • Prinz Charles ist besorgt über junge Muslime, die durch "verrücktes Zeug" im Internet radikalisiert werden.
    foto: ap photo/marco ugarte

    Prinz Charles ist besorgt über junge Muslime, die durch "verrücktes Zeug" im Internet radikalisiert werden.

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