Gold für Schweizer Küng, ÖSV direkt ins Debakel

17. Oktober 2015, 19:07
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Schlechtestes Abschneiden aller Zeiten, kein Österreicher in den Top-10 - Silber für Ganong, Bronze an Feuz

Vail/Beaver Creek - Österreichs Ski-Herren sind am Samstag bei der WM-Abfahrt in Beaver Creek in ein Debakel und das schlechteste ÖSV-Abfahrts-Abschneiden aller Zeiten geschlittert. Beim Sieg des Schweizers Patrick Küng vor Travis Ganong aus den USA (0,24) und seinen Landsmann Beat Feuz (0,31) landete Olympiasieger Matthias Mayer als bester des ÖSV-Quartetts auf Rang zwölf, Hannes Reichelt wurde 13.

Damit blieb Österreichs Team nach den Super-G-Titelgewinnen von Anna Fenninger und Reichelt sowie Abfahrts-Silber durch Fenninger im vierten Rennen erstmals bei diesen Titelkämpfen ohne Medaille. Österreichs Herren warten seit Bronze durch Michael Walchhofer 2005 in Bormio auf das erste WM-Edelmetall. Das bisher schlechteste WM-Abschneiden in der Königsdisziplin passierte 1937 in Chamonix, als Rudolph Matt Neunter wurde.

"Es ist heute nicht so gelaufen. Ich bin zu gerade zu der Welle hin, es hat mir den Ski verschnitten. Nach dem Fehler geht da gar nichts mehr, da herunter darf man sich nichts leisten", klagte der Kärntner Mayer, der wie viele beim Blick auf die Ergebnisliste feststellen musste, dass gleich alle vier Schweizer in diesem Rennen vor den Österreichern gelandet waren.

Max Franz und Georg Streitberger, die sich erst am Freitag in der ÖSV-internen Qualifikation durchgesetzt hatten, landeten auf den Plätzen 19 bzw. 29. Beide hatten sehr schlechte Sichtverhältnisse und viel Wind. In der Topgruppe rund um Mayer und Reichelt schien zumindest für alle die Sonne, die ÖSV-Asse agierten aber fehlerhaft.

"Oben ist es brutal windig, unterschiedlich, keine Ahnung, was das ausmacht. Im Steilhang ist es putzdunkel geworden, ich habe versucht, voll Gas zu geben, habe mich im Flachen gescheit reingehängt. Ich war voll motiviert. So ein Pech mit den Verhältnissen, aber irgendwann werde ich auch mal Glück haben", haderte Franz.

Für den 31-jährigen Küng war es die erste Medaille seiner Karriere, er hat bisher zwei Weltcuprennen gewonnen, je eine Abfahrt (Wengen 2014) und einen Super-G (Beaver Creek 2013). "Ich habe mich sehr gut darauf vorbereitet. Ich wäre im Super-G parat gewesen, es ist mir nicht aufgegangen. Diesen Sieg feiern zu dürfen, ist sehr schön", sagte Küng, der die Skination Schweiz nach einer langen Durststrecke erlöste. Den letzten WM-Titel in der Abfahrt für die Eidgenossen holte 1997 in Sestriere Bruno Kernen.

Der Norweger Aksel Lund Svindal lieferte nach seinem Achillessehnenriss ein weiteres Topergebnis, er wurde Sechster. (APA, 7.2.2015)

  • Die Schweiz fährt in Person von Patrick Küng Österreich in Grund und Boden.
    foto: epa/bott

    Die Schweiz fährt in Person von Patrick Küng Österreich in Grund und Boden.

  • Männer mit großflächigen Sonnenbrillen.
    foto: reuters/swinger

    Männer mit großflächigen Sonnenbrillen.

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