Saudischer Prinz will per Sondergenehmigung gefährdete Vogelart jagen

6. Februar 2015, 18:43
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Im Vorjahr erlegte Prinz Fahad bin Sultan bin Abdulasis Al Saud laut Zeitungsberichten rund 2.000 Kragentrappen

Islamabad/Riad - Die Kragentrappe (Chlamydotis undulata) gilt nach einer Einstufung durch die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) als gefährdet. Das hält eine pakistanische Provinzregierung allerdings nicht davon ab, eigens für den saudischen Prinzen Fahad bin Sultan bin Abdulasis Al Saud eine Aufhebung des Jagdverbots für die bedrohte Vogelart zu beantragen. Die Regierung von Baluchistan habe ein Gesuch beim Obersten Gerichtshof eingereicht, teilte ein Regierungsmitarbeiter am Freitag mit.

Erst im vergangenen Jahr hatte ein Gericht in Baluchistan die Jagd auf die Kragentrappen verboten und Jagdgenehmigungen der örtlichen Behörden für mehrere Angehörige arabischer Königshäuser widerrufen. Grund für das Gesuch der Regierung von Baluchistan war offensichtlich die Ankunft des Prinzen in der Provinz am Mittwoch.

Über 2.000 Vögel erlegt

Die Zeitung "The ExpressTribune" berichtete am Donnerstag in ihrer Onlineausgabe, dass der Prinz die Genehmigung gar nicht erst abgewartet habe, sondern sich bereits mit seinem Tross auf der Jagd befinde. Im vergangenen Jahr hatte es einen lautstarken Protest gegeben, als bekannt wurde, dass Prinz Fahd bin Sultan bin Abdulasis Al Saud gut 2.100 Kragentrappen geschossen hatte. Die Jagd auf Kragentrappen hat in vielen arabischen Ländern eine lange Tradition. Das Fleisch der Vögel gilt als Aphrodisiakum.

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