"Iss oder stirb (nicht)": Übers Essen streiten

9. Februar 2015, 10:54
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Ein Büchlein von Martina Salomon widmet sich Ernährung und dazugehörigen Problemen

Es kann einem so richtig auf die Nerven gehen: Man lädt zum Essen ein, macht sich Mühe und hat vielleicht nach nahrungsmittelmäßigen Sonderwünschen der Gäste zu fragen vergessen: Fleisch, Laktose, Gluten, Fruchtzucker?

Gut verdaulich

Wer eine gute Gastgeberin sein will, muss längst nicht mehr nur auf Vorlieben, sondern vor allem auf Allergien und Unverträglichkeiten Rücksicht nehmen. Warum ist das alles so kompliziert, früher haben wir doch auch alles vertragen? Von dieser Frage dürfte die Wirtschaftsjournalistin Martina Salomon ausgegangen sein, sie hat sich ihren Ärger von der Seele geschrieben.

Alle, die Nahrungsmittelunverträglichkeiten für einen Spleen halten, werden große Freude mit diesem Bändchen haben. Salomon geht das Thema Essen nämlich hemdsärmelig an und versammelt eine ganze Reihe Wissenshäppchen in gut verdaulicher Form. Sie mischt Binsenweisheiten (" Schlacken gibt es nicht") mit wirtschaftlichen Kontroversen ("Profiteure"), reißt vieles an, führt aber weniges aus, der Platz reichte offenbar nicht.

Schade. Denn Salomon simplifiziert, womit sich Betroffene und Mediziner plagen. Fakt ist, dass vieles zu Darm und Ernährung noch unerforscht ist. Für alle, die das nicht glauben, ist das Buch ein Ventil - Aggressionen können ja auch krankmachen. (Karin Pollack, DER STANDARD, 7./8.2.2015)

Martina Salomon, "Iss oder stirb (nicht)!"
55 Seiten / 7,50 Euro.
Leykam Buchverlag, 2014

  • Heute muss man längst nicht mehr nur auf kulinarische Vorlieben, sondern vor allem auf Allergien und Unverträglichkeiten Rücksicht nehmen.
    foto: leykam

    Heute muss man längst nicht mehr nur auf kulinarische Vorlieben, sondern vor allem auf Allergien und Unverträglichkeiten Rücksicht nehmen.

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