Euro-Zone will Schulden-Vorschläge aus Athen hören

6. Februar 2015, 15:54
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Sondertreffen der Euro-Finanzminister am Mittwoch

Brüssel/Berlin - Die Euro-Zone erhöht den Druck auf die neue Regierung in Athen, konkrete Vorschläge zur Lösung ihrer Schuldenprobleme vorzulegen. Die Finanzminister des Währungsgebiets wollen am Mittwoch in einer Sondersitzung einen Tag vor dem EU-Gipfel darüber beraten. Bisher sei völlig offen, wie es nach dem Ende des zweiten Hilfs- und Reformprogramms Ende Februar weitergehen solle, sagte der Sprecher des deutschen Finanzministeriums, Martin Jäger, am Freitag. Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis machte klar, dass er nicht um eine Verlängerung des auslaufenden Programms bitten werde. Er pocht auf einen Kurswechsel weg von der Sparpolitik.

Ein Treffen von Varoufakis und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte am Donnerstag keine Annäherung gebracht: Während der Deutsche auf eine Einhaltung früherer Reformzusagen dringt, will der Grieche ein neues Konzept ausarbeiteten, das auch eine Umstrukturierung der Staatsschulden enthalten soll. Das endende Programm war bereits um zwei Monate verlängert worden. Am einfachsten wäre es, Athen würde um einen weiteren Aufschub bitten. Dies wäre jedoch heikel, weil die neue Regierung damit die bisherigen Reformvereinbarungen faktisch anerkennen würde.

Im Umfeld von Varoufakis hieß es, der Minister werde keiner Lösung im Kreis der Euro-Finanzminister zustimmen, mit der die bisherige Rettungspolitik fortgesetzt würde. Ohne weitere Hilfe droht dem überschuldeten Land jedoch bald eine Staatspleite. Varoufakis setzt deshalb auf ein Überbrückungsprogramm bis Mai, um zusätzliche Zeit herauszuschlagen.

Deutschland macht Tempo

Deutschlands Bundesregierung drückt dagegen aufs Tempo. Ministeriumssprecher Jäger sagte, bis zu dem Sondertreffen müsse Athen einen Vorschlag vorlegen, wie weiter verfahren werden solle: "Bis dato ist unklar, was die genaue Position der griechischen Regierung ist." Zunächst müsse das aktuelle Reformprogramm abgeschlossen werden. Was sich anschließe, sei offen.

Weil das laufende Programm noch nicht ordentlich beendet wurde, fehlen den Griechen zugesagte Mittel von 7,2 Milliarden Euro. Zugleich müssen aber Altschulden bedient werden. Griechenland wird seit 2010 vom IWF und seinen Euro-Partnern mit insgesamt 240 Milliarden Euro gestützt.

Jäger warnte die griechische Regierung, die von ihrer Vorgängerin umgesetzten Reformen zurückzudrehen: "Wenn es so wäre, dass schon bestehende Elemente zurückgenommen würden, wäre das kein gutes Zeichen". Die von Links- und Rechtspopulisten getragene Regierung lehnt die Reformen wegen sozialer Härten ab.

Wegen des Schuldenstreits haben sich die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen erhöht. Damit bleibt dem Land der Weg an den Kapitalmarkt versperrt. Die Auswirkungen auf andere Euro-Problemländer halten sich aber offenbar in engen Grenzen. Portugals Wirtschaftsminister Antonio Pires de Lima sagte Reuters, er sehe kein Ansteckungsrisiko. Zugleich lehnte er eine Sonderbehandlung der Regierung in Athen ab. Griechenland müsse seine Verpflichtungen genauso erfüllen wie Portugal. Sein Land hatte ebenfalls unpopuläre Einschnitte durchsetzen müssen. (APA, 6.2.2015)

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