Ukrainischer Devisenmarkt im Chaos

6. Februar 2015, 13:46
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Devisenhandel praktisch zum Erliegen gekommen

Frankfurt - Der Rückzug der ukrainischen Notenbank aus dem Kampf gegen die Abwertung der heimischen Währung hat am Freitag erneut für Kursturbulenzen am Devisenmarkt gesorgt. Wegen schwindender Währungsreserven hatte die Zentralbank am Vortag ihre Dollar-Auktionen und damit die Kontrolle über den offiziellen Wechselkurs der Hrywnia aufgegeben. Stattdessen hob sie den Leitzins um 5,5 Prozentpunkte auf 19,5 Prozent an.

Der Dollar-Kurs stieg daraufhin dennoch um etwa 50 Prozent auf ein Rekordhoch von 24,5255 Hrywnia. Am Freitag fiel der Nachfragekurs auf 19 Hyrwnia zurück, während der Angebotspreis zwischen 19,50 und 26,50 Hrywnia schwankte.

Der Devisenhandel sei praktisch zum Erliegen gekommen, sagte ein ukrainischer Währungshändler. "Diejenigen, die Devisenverkäufe aufschieben können, tun dies bis zum letzten Moment." Sie gingen davon aus, das die Talfahrt der Hrywnia noch nicht zu Ende sei. Er rate daher denjenigen Kunden, die Dollar benötigten, Käufe wenn möglich ebenfalls aufzuschieben, fügte der Börsianer hinzu. Sollte der Hrywnia weiter abwerten, wären Verkäufer voraussichtlich wieder eher bereit, sich von Dollar zu trennen. (Reuters, 6.2.2015)

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