Parkinson: Kleines Protein als Hoffnungsträger

6. Februar 2015, 13:35
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Alpha-Synuclein nimmt in der aktuellen Forschung eine Schlüsselrolle ein. Es ist Thema eines Symposiums in Innsbruck

Parkinson ist nach der Alzheimer-Demenz die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung in Europa. In Österreich leben derzeit rund 30.000 Menschen mit einem Parkinson-Syndrom. Die langsam fortschreitende Erkrankung des zentralen Nervensystems führt zur Störung der Bewegungsabläufe, oft auch zu Depressionen und kann bislang nur symptomatisch behandelt werden.

Frühe Therapie entscheidend

"Durch eine frühe Diagnose und damit frühzeitigen Therapie-Beginn kann der Behandlungserfolg optimiert und über viele Jahre Selbständigkeit und Lebensqualität erhalten werden", sagt Werner Poewe, Parkinson-Experte und Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurologie.

Auch bei der Multisystematrophie (MSA) optimiert eine möglichst frühzeitige und gezielte Diagnose die Wirksamkeit therapeutischer Maßnahmen. Die seltene, rasch fortschreitende Parkinson-ähnliche Erkrankung wird an der MedUni Innsbruck seit mehr als 20 Jahren schwerpunktmäßig erforscht.

Parkinson und MSA - zwei ähnliche, neurodegenerative Erkrankungen – haben ein gemeinsames pathologisches Merkmal: die Anhäufung des Proteins alpha-Synuclein in bestimmten Zellen des Zentralnervensystems. Das Protein nimmt in der aktuellen Ursachen- und Therapie-Forschung deshalb eine Schlüsselrolle ein.

Forschung in Innsbruck

Das besondere Interesse der Neurodegenerationsforschung liegt folglich in der Identifikation prädiktiver und diagnostischer Marker einerseits und der Entwicklung protektiver Wirkstoffe andererseits. Derzeit ist das Innsbrucker Forscherteam etwa an einer großen Therapiestudie zur Synuclein-Immunisierung beteiligt.

Im Visier der Wissenschafter stehen außerdem vielversprechende bildgebende Verfahren - etwa im EU-Projekt MultiSyn, das molekulare Bildgebung von Alpha-Synuclein-Aggregaten realisieren soll. Auch an nicht-motorische Krankheitszeichen wird geforscht, wie sie im Rahmen von Parkinson und MSA schon frühzeitig auftreten können.

Das Protein alpha-Synuclein und seine Relevanz für Diagnose und Therapie steht nun im Mittelpunkt des Internationalen Symposiums "Alpha-Synuclein: the Gateway to Parkinsonism", zu dem die Univ.-Klinik für Neurologie vom 11. bis 13. Februar 2015 rund 120 führende internationale Expertinnen und Experten aus der Parkinson- und MSA-Forschung in Innsbruck versammelt. (red, derStandard.at, 6.2.2015)

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