Schmidhofer vierte ÖSV-Abfahrerin

6. Februar 2015, 09:53
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Fenninger kürzte bei Torfehler auf weicher Piste mächtig ab - Hosp enttäuscht - Starke Maze geht am Freitag auf Gold los

Vail (Colorado)/Beaver Creek (Colorado) - Nicole Schmidhofer hat sich am Donnerstag den vierten und letzten ÖSV-Startplatz für die Damen-Abfahrt bei der alpinen Ski-WM in Vail/Beaver Creek gesichert. Die 25-Jährige wurde im Abschlusstraining trotz hoher Nummer 25 Zehnte und war um 0,25 Sekunden schneller als ihre direkte Konkurrentin Nicole Hosp, die bereits als Dritte gefahren war. Hosp muss damit am Freitag (19.00 Uhr MEZ) zuschauen.

Während Hosp den Tränen nahe vorzeitig den Zielraum verließ, freute sich Schmidhofer über ihre Vorstellung auf einer sehr weichen und dementsprechend schwierigen Piste. "Ich bin am Vorabend nochmals alles durchgegangen, damit ich weiß, was ich zu tun habe", erzählte die Steirerin, die nun neben Anna Fenninger, Elisabeth Görgl und Cornelia Hütter für Österreich am Abfahrts-Start steht.

"Ich habe gekämpft wie eine Berserkerin, mir ist nach dem Zielsprung fast die Puste ausgegangen", erzählte Schmidhofer und bedankte sich speziell beim Servicemann. "Ich hatte einen Topski bis ins Ziel, das Gerät hat mächtig angeschoben", so die 25-Jährige aus dem Lachtal. Schmidhofer ist mit der gleichen Skimarke (Fischer) unterwegs wie Hosp. "Dass ich es nun selbst geschafft habe, macht mich stolz."

Hosp hatte aufgrund ihrer Routine gehofft, den Vorzug gegenüber Schmidhofer zu bekommen. Nach dem Aus im Super-G muss die 31-jährige Tirolerin nun eine unerwartete Pause einlegen, ehe sie sich auf die Kombination (Montag) und den Teambewerb (Dienstag) konzentriert. Schmidhofer versprach, aus ihrem Startplatz das bestmögliche zu machen. "Es gibt nur Vollgas. Wenn die Piste im Rennen gleich bleibt, sollte ein gutes Ergebnis rausschauen."

Der vorangegangene Schneefall und die anhaltend hohen Temperaturen hatten die Damenstrecke "Raptor" deutlich weicher gemacht. Die Kritik an der am Nachmittag bereits sehr weichen Damenpiste war unüberhörbar, einige Stürze und zahlreiche Torfehler blieben nicht aus. Auch US-Star Lindsey Vonn fuhr an einem Tor vorbei. "Vonn hat schon im Super-G Nerven gezeigt, Anna ist super drauf", sagte Annemarie Moser-Pröll zur Ausgangslage.

Auch Fenninger kürzte bei ihrer Fahrt zur "Bestzeit" vor Tina Maze im Steilhang ebenfalls mächtig ab. "Dort ist eine Welle. Wenn du da nicht die richtige Richtung hast, geht es sich zumindest auf so einer weichen Piste nicht mehr aus", sagte die Super-G-Weltmeisterin.

Offensichtlich hatte man bei der Präparation der Herren-Strecke den Vorzug gegeben, vermutete Görgl und begründete ihren großen Rückstand von 2,13 Sekunden ebenfalls damit, dass sie von der weichen Piste überrascht worden war. "Ich hoffe daher, wir haben eine klare, kalte Nacht." Fenninger macht sich darüber keine großen Gedanken. "Wir haben vor dem Rennen ja noch eine Besichtigung. Wenns wieder so weich ist, muss ich runder fahren."

Während Vonn kommentarlos den Zielraum verließ, reagierte Maze professionell. Die Super-G Zweite lieferte eine fehlerlose Trainingsfahrt ab und machte klar, dass sie am Freitag Gold will. "So ein Lauf wie der könnte reichen", ist Maze überzeugt. "Nur im Mittelteil wär es noch etwas besser gegangen."

Maze peilt in Beaver Creek gleich fünf Medaillen an. "Der Hang und ich sind schon Freunde geworden", sagte sie schmunzelnd. Auch ihr war die weiche Piste aufgefallen. "Sie hat sich sehr geändert. Ich hoffe, es wird am Freitag nicht zu warm." (APA, 6.2.2015)

  • Cornelia Hütter, Nicole Schmidhofer, Anna Fenninger und Elisabeth Görgl.
    foto: apa/techt

    Cornelia Hütter, Nicole Schmidhofer, Anna Fenninger und Elisabeth Görgl.

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