Papst Franziskus ist ein Computer-Antitalent: "Eine Schande"

5. Februar 2015, 19:19
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16-Jährige mit Downsyndrom hatte ihn gefragt, ob er gerne Fotos schieße und auf den Computer herunterlade

Papst Franziskus hat sich am Donnerstag im Vatikan per Video-Konferenzschaltung mit einigen behinderten Schülern unterhalten und dabei offen zugegeben, kein Talent für neue Technologien zu haben. "Die Wahrheit ist, dass ich kein Tablet habe. Ich bin ein Dummkopf, was Computer betrifft. Ich kann sie nicht benützen, was für eine Schande!", sagte der Heilige Vater auf Spanisch.

Er antwortete per Videoschaltung auf die Frage einer 16-jährigen Spanierin mit Downsyndrom, die ihn gefragt hatte, ob er gern Fotos schieße und sie dann auf seinen Computer herunterlade.

Kongress der Schüler

In der Neuen Synodenaula, dem Ort der Bischofssynode, empfing der Papst rund 300 Kinder, Jugendliche und Lehrer aus aller Welt, die an einem Kongress der "Scholas Occurrentes" teilnahmen. Diese Bewegung, die der Schule und der Erziehung gilt, hatte der damalige Erzbischof von Buenos Aires Jorge Bergoglio seinerzeit mit wenigen Schülern und Lehrern gegründet. Heute ist "Scholas Occurrentes" auf allen Kontinenten vertreten und umfasst 400.000 Schulen.

Lösungen finden

Franziskus unterhielt sich zunächst in einer lockeren Frage-Antwort-Atmosphäre. Ein Schüler aus Nebraska, der nur via Computer kommunizieren kann, fragte den Papst, was er tue, wenn er auf Schwierigkeiten stoße. "Zuerst nicht wütend werden", antwortete Franziskus. "Dann: den Weg suchen, das Ganze durchzudenken und zu lösen. Und wenn ich es nicht überwinden kann, dann halte ich es aus, bis irgendwann eine Möglichkeit zur Lösung entsteht. Man darf niemals vor Schwierigkeiten erschrecken. Wir sind dazu in der Lage, alles zu überwinden. Wir brauchen nur Zeit, um zu verstehen, Intelligenz, um den Weg zu suchen und Mut, um vorwärts zu gehen", so der Papst.

Kommunizieren

Einem jungen Gehörlosen aus Indien riet Franziskus, sich nicht in sich selbst einzuschließen, sondern zu kommunizieren. "Wenn wir uns nicht mitteilen und allein in unseren Beschränkungen bleiben, dann tut uns das nicht gut. Kommunizieren heißt geben und nehmen, und das tut uns gut", sagte der Papst.

Abschließend gab der Papst den Kindern und Jugendlichen mit Behinderung noch eine Botschaft mit auf den Weg: "Ihr alle habt einen Koffer, eine Schatzkiste, und darin liegt ein Schatz. Und eure Arbeit ist es, diese Kiste zu öffnen, den Schatz herauszunehmen, ihn zu vermehren, ihn anderen zu geben und die Schätze der anderen zu empfangen. Jeder hat einen Schatz in seinem Inneren", meinte der Heilige Vater. (APA, derStandard.at, 5.2.2015)

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    Papst Franziskus hat kein Tablet, Fotos auf den Computer laden kann er auch nicht - "eine Schande", sagt er selbst

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