Kritik: US-Sender Fox News zeigte IS-Terrorvideo

5. Februar 2015, 18:08
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Sender verteidigt sich - "Wie Chance, in KZ und Gaskammer zu schauen"

Washington - Der US-Nachrichtensender Fox News hat mit der Veröffentlichung des Terrorvideos vom brennenden jordanischen Piloten Mouath al-Kasaesbeh (26) scharfe Kritik auf sich gezogen. Der TV-Sender stellte als einziges großes amerikanisches Medienunternehmen die grausame Darstellung der Geiseltötung durch die islamistische Miliz IS ungekürzt und nahezu unkommentiert auf seine Internetseite.

Vor allem in sozialen Netzwerken und von Medienexperten wurde das vielfach missbilligt. Die Redaktion begründete den Schritt am Donnerstag damit, dass "die Möglichkeit, sich selbst von der Barbarei des IS zu überzeugen, die berechtigten Sorgen über die explizite Darstellung überwog". Das Video zeige die "schockierende Tiefe der Verdorbenheit des IS". Die Nutzer könnten selbst entscheiden, ob sie es sehen wollten.

Die prominente Fox-Moderatorin Megyn Kelly verteidigte die Veröffentlichung: "Müssen wir an einem Punkt in dieser Schlacht die Leute nicht daran erinnern, welchem Feind wir gegenüberstehen?", fragte sie in ihrer Sendung. "Es ist, als wären wir im Zweiten Weltkrieg und es gäbe eine Chance, in ein Konzentrationslager und in die Gaskammer zu schauen, während der Horror vor sich geht".

Andere Fox-Moderatoren weigerten sich hingegen, auch nur Standfotos aus dem Video in seiner Sendung zu zeigen. Viele andere US-Medien griffen zu diesem Mittel, als sie über die Geiseltötung berichteten.

Auch Mitarbeiter von Fox News kritisierten die Entscheidung ihres Senders. "Ich fürchte, dass viele von uns in den Medien dem IS helfen, seine Propaganda zu verbreiten", sagte Howard Kurtz, der bei Fox News für die Medienberichterstattung zuständig ist. (APA, 5.2.2015)

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