Simbabwes Diktator Mugabe stürzt, leugnet das und wird zum Meme

5. Februar 2015, 17:22
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Der Langzeit-Diktator stolpert nach einer Rede, seine Reaktion fordert Häme im Netz heraus

Der simbabwesische Präsident Robert Mugabe, mit 90 Jahren ältestes Staatsoberhaupt der Welt, ist nach einer Rede gestolpert und hingefallen. Ein Vorfall, der weder besonders außergewöhnlich ist – man erinnere sich etwa an Fidel Castros Sturz – noch dramatisch war: Denn Mugabe konnte den Sturz abweichen und war nach zwei Sekunden wieder auf den Beinen. Kurios ist aber, was dann passierte: Die simbabwesische Regierung leugnet offiziell, dass Mugabe gestürzt ist – und zwang einheimische Fotografen sogar, die Beweisbilder zu löschen.

Informationsminister leugnet Sturz

"Niemand hat Beweise dafür, dass der Präsident niedergefallen ist, weil das nicht passiert ist", sagt etwa Simbabwes Informationsminister Jonathan Moyo dem Zimbabwe Herald. Dabei hat die Nachrichtenagentur AP bereits ein Video des Stolperns veröffentlicht, ebenso kursieren zahlreiche Bilder. Vielen ist unverständlich, warum der Langzeit-Diktator Mugabe nun so ein Aufhebens um seinen Sturz macht – und damit den sogenannten "Streisand-Effekt" auslöst: So nennt man jenes Phänomen, dem zufolge die Vertuschung einer Sache sie oftmals erst recht publik macht.

Twitter macht sich lustig

Genau das ist auch bei Mugabe geschehen: Zahlreiche Twitter-Nutzer fanden die Reaktion des simbabwesischen Staatsoberhauptes so lächerlich, dass sie die Fotos von Mugabes Sturz zu Internet-Memes machten. Unter dem Hashtag #MugabeFalls kursieren nun zahlreiche Bilder, die den Diktator ins Lächerliche ziehen: Sie zeigen ihn etwa bei"Dancing with the Stars", als Skateboarder oder Surfer und Kim-Kardashian-Begrabscher.

Nur ein "kurzes Schlingern"

Nach einigem Druck hat sich Mugabe dann selbst zum Vorfall geäußert. "Mir geht es super, es war nur ein kurzes Schlingern", so der Diktator, der weder in die EU noch in die USA einreisen darf. Angeblich ist Mugabe an Krebs erkrankt, wofür er regelmäßig nach Singapur reise, schreibt die Washington Post. Seine Schwächen verbergen zu wollen, ist im Fall des Sturzes aber auf jeden Fall nach hinten losgegangen. (fsc, derStandard.at, 5.2.2015)

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