Diagnosechip soll Therapieerfolg Arthritis-Patienten prognostizieren

5. Februar 2015, 16:37
posten

Minilabor zur Analyse von Zellreaktion auf Schwefelverbindungen bei rheumatoider Arthritis entwickelt

Wien - Ob eine Therapie mit Schwefelverbindungen bei Menschen mit rheumatoider Arthritis sinnvoll ist, kann mit einem neuen Diagnosechip analysiert werden. Mit dem von Forschern von Siemens Österreich und vom Austrian Institute of Technology (AIT) entwickelten Mini-Labor soll in Zukunft schon vor einer Behandlung der Therapieerfolg eingeschätzt werden können.

Schwefel wirkt bei einem Teil der Patienten, die an rheumatoider Arthritis leiden, entzündungshemmend. Bei manchen Menschen hat eine Therapie mit solchen Verbindungen allerdings eine gegenteilige Wirkung, wie die Siemens-Forschungsleiterin Barbara Kavsek erklärt.

Effiziente Anwendung

Lediglich 100 bis 500 Zellen braucht das computergesteuerte "Cell-on-a-Chip-System", um eine Diagnose darüber zu stellen, wie der Patient reagieren wird. Diese geringe Anzahl an Zellen könne bei einer einfachen Biopsie entnommen werden. Für herkömmliche zellbasierte Diagnoseverfahren bräuchte man deutlich mehr Ausgangszellen und müsste sie zusätzlich in einer Zellkultur vermehren. Das neue Diagnoseverfahren ermögliche zudem einen Beobachtungszeitraum von mehr als 100 Stunden, so Kvasek.

Das System erlaube es auch, die Zell-Reaktion nicht nur anhand eines Wertes zu beschreiben, sondern liefere ein breites Spektrum an Messdaten. Das gebe umfassend Aufschluss über den Allgemeinzustand einer Zelle, so die Forscherin. Dies ist notwendig, um die Zellen sowohl als Ganzes zu erfassen und auch Änderungen in den Zellorganellen zu beobachten. Da die Zellkultur in dem Chip besonders lange am Leben bleiben kann, werden Veränderungen erkennbar, wie etwa das Nachlassen der Zellreaktion durch Ausscheidung oder Abbau eines Medikaments.

Ausweitung denkbar

In dem Projekt haben sich die Forscher auf die rheumatoide Arthritis konzentriert, den Grundgedanken könne man aber auch auf andere Krankheiten ausdehnen, so Kavsek. Derzeit befinden sich "Cell-on-a-Chip-Systeme" noch im Versuchsstadium, der Ansatz sei aber bereits für die pharmakologische Forschung interessant, weil man mit relativ geringem Aufwand Testreihen zur Wirkung von Medikamenten auf bestimmte Zellen durchführen könnte. (APA, 5.2.2015)

Share if you care.