Residenztheater zeigt umstrittenen "Baal" noch mindestens ein Mal

5. Februar 2015, 13:40
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Theater geht davon aus, dass Aufführung am Freitag stattfindet

München - Mindestens ein Mal noch wird die umstrittene "Baal"-Inszenierung von Frank Castorf am Münchner Residenztheater gezeigt. Am Freitag steht die Aufführung des Dramas von Bertolt Brecht unverändert auf dem Spielplan. "Wir gehen davon aus, dass die Aufführung stattfindet", sagte ein Theatersprecher am Donnerstag.

Auch vonseiten des Berliner Suhrkamp-Verlages, der die Inszenierung aus Urheberrechtsgründen verbieten lassen will, hieß es: "Zum jetzigen Zeitpunkt müssen wir davon ausgehen, dass gespielt wird." Im Februar steht "Baal" außerdem noch am 13. und am 28. auf dem Spielplan.

Antrag auf einstweilige Verfügung

Castorf inszeniert Brechts Frühwerk "Baal" unter anderem als Auseinandersetzung mit dem Vietnam-Krieg und fügte dazu Texte ein, die nicht von Brecht stammen. Seinen Erben geht das zu weit. Der Suhrkamp Verlag hat darum einen Antrag auf einstweilige Verfügung beim Landgericht München eingereicht.

Die Begründung: Bei Castorfs Interpretation handle es sich "um eine nicht-autorisierte Bearbeitung des Stückes von Bertolt Brecht". Eine Entscheidung über den Antrag ist nach Verlagsangaben bisher nicht gefallen. Das Gericht wollte sich bisher nicht zum laufenden Verfahren äußern.

Die Inszenierung ist auch zum Berliner Theatertreffen (1. bis 17. Mai) eingeladen. Die Jury hat ihre Hoffnung geäußert, dass die Aufführung in der erarbeiteten Form ohne Einschränkungen gezeigt werden kann. (APA, 5.2.2015)

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