Funkelnde Stromfresser im Klimt-Design verärgern Nicaraguaner

Ansichtssache12. Februar 2015, 12:47
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Präsidentenehefrau Rosario Murillo hat 95 Lebensbäume in Managua aufgestellt. Eine Skulptur kostet mehr als 19.000 Euro

Managua - Golden funkelnd dominieren sie in der Nacht das Straßenbild an Managuas Hauptstraßen. Untertags fallen sie wegen des gelb bemalten Metalls und ihrer verschnörkelten Form aber nicht weniger auf. Seit mehr als einem Jahr stehen die "Lebensbäume" in Nicaraguas Hauptstadt Managua. Jeder Baum kostete mehr als 19.000 Euro. Energiesparlampen? Fehlanzeige! Eine Skulptur verbraucht pro Nacht so viel Strom wie vier Häuser in der Stadt.

Die Idee für die eigenwillige Stadtverschönerung im nach Haiti zweitärmsten Land Lateinamerikas hatte Präsidentenehefrau Rosario Murillo. Inspiriert wurde sie durch die Lebensbäume Gustav Klimts. "Sie behandelt die Stadt wie Kinder ihren Sandkasten", raunen Bewohner Managuas trotzig, wenn man sie auf die Bäume anspricht.

So kommt es, dass auch Hugo Chávez' Konterfei an einem Kreisverkehr zwischen Lebensbäumen durchlugt. Der 2013 verstorbene Präsident Venezuelas hat die sandinistische Revolution unter Daniel Ortega finanziell unterstützt.

Die teuren Glitzerbäume sorgen bei den Nicaraguanern für wenig Entzücken und brauchen Schutz: Jeder einzelne Baum hat seinen eigenen Wächter, bei großen Bäumen stehen gar kleine Wachhütten. (jus, derStandard.at, 12.2.2015)

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