Schwarzgeld-Verdacht: Rechnung soll Grazer ÖVP-Chef belasten

5. Februar 2015, 13:28
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Ermittlungen gegen sieben Personen wegen Verdachts der Untreue

Graz - Im Zusammenhang mit verschiedenen Korruptions-Verdachtsfällen rund um die Telekom soll nun eine Rechnung den Grazer ÖVP-Geschäftsführer Bernd Schönegger belasten, berichte das Magazin "News". Involviert ist jene Werbeagentur, die für die ÖVP tauch im Gemeinderatswahlkampf 2008 tätig war. Ermittelt wird derzeit gegen sieben Personen, darunter auch Schönegger, der die Vorwürfe zurückweist.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Schönegger wegen des Verdachts der verdeckten Parteienfinanzierung begannen im März des Vorjahres. Die Ermittler stellten laut "News" bei Ex-Telekom-Manager Michael Fischer ein E-Mail an Schönegger sicher, in dem dieser aufgefordert wurde, eine Rechnung an die mittlerweile stillgelegte Telekom-Tochter eTel zu stellen. Fünf Tage späte stellte jene Grazer Werbeagentur, die für die ÖVP im Wahlkampf tätig war, eine Rechnung über 119.760 Euro an die eTel, die mit dem Mail fast deckungsgleich ist.

Ermittelt wird nun gegen sieben Personen, darunter Schönegger, die Chefin der Werbeagentur, Michael Fischer und Ex-Telekom Chef Rudolf Fischer. Bisher haben alle die Vorwürfe bestritten. Die Staatsanwaltschaft Wien hat bisher nicht über eine mögliche Anklage entschieden, das könnte aber noch im Februar der Fall sein.

Für den stellvertretenden Klubobmann der Grünen, Werner Kogler, sind "die Beweise für illegale Zahlungen zugunsten der Grazer ÖVP erdrückend." Er fordert eine rasche Aufklärung und wollte in einer Aussendung unter anderem wissen, wann die Grazer ÖVP "endlich sämtliche Geschäftsbeziehungen zu den für sie tätigen Agenturen benennen wird?". (APA, 5.2.2015)

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