Highlights des Genfer Uhrensalons, Teil 2

Ansichtssache11. Februar 2015, 12:08
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Neues und Schönes von A. Lange & Söhne, Baume & Mercier, Panerai, Vacheron Constantin und Parmigiani

foto: hersteller

Sächsisches Facelift

Ganz subtil modifiziert präsentierte A. Lange & Söhne seine Klassiker aus der Saxonia-Familie. Kurz: Das Facelift fällt kaum auf. Das würde dem Zeitmesser auch nicht gut tun.

Was ist neu? Die massiv goldenen Stundenindizes sind näher an den Zifferblattrand gerückt und bei 3, 6, 9 und 12 Uhr als doppelte Stabappliken ausgeführt. Die leicht verlängerten schwarzen Indizes der Minuterie treten ebenfalls prägnanter hervor. Bei der Saxonia Automatik und der Saxonia Dual Time (Foto) wurden die Zehnermarkierungen der kleinen Sekunde mit Zahlen versehen. All diese Modifikationen sollen einer besseren Ablesbarkeit dienen.

Bei zwei Modellen haben die Designer den Gehäusedurchmesser leicht reduziert. Die Saxonia mit dem Manufakturkaliber L941.1 (Handaufzug) misst jetzt 35 Millimeter. Dabei ist sie im Vergleich zum Vorgängermodell um 0,5 Millimeter flacher, sodass die Proportionen gewahrt bleiben.

Mit einem reduzierten Durchmesser von 38,5 Millimeter ist die Saxonia Dual Time (Automatikkaliber L086.2) jetzt genauso groß wie die Saxonia Automatik. Sie kostet in Weißgold 28.100 Euro kostet und in Rotgold 27.100 Euro.

Info: A. Lange & Söhne

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foto: hersteller

Erster eigener Chrono

Vacheron Constantin präsentierte auf dem SIHH das erste selbstentwickelte Chronografen-Kaliber und im Zuge dessen gleich eine neue Kollektion - Harmony - in der das Werk in unterschiedlichen Ausführungen verbaut ist. Ein Hingucker ist zunächst das kissenförmige Gehäuse der neuen Linie, das 42 Millimeter mal 52 Millimeter misst. Es ist letztendlich eine Neu-Interpretation eines Chronographen von Vacheron Constantin aus dem Jahr 1928.

Im gezeigten Modell (die schlichte Harmony Chronograph) steckt das neue Manufakturkaliber 3300 mit Handaufzug drin. Dieses Monodrücker-Chronographenkaliber mit einer Gangautonomie von 65 Stunden zeichnet sich wie die anderen neuen, anlässlich des 260. Jubiläums präsentierten Werke durch eine klassische Bauweise aus. Das Jubiläumsmodell dieses neuen Chronographen gibt es in einer limitierten Edition von 260 nummerierten Exemplaren.

Neben der Anzeige von Stunden und Minuten bietet es eine kleine Sekunde bei 6 Uhr, eine Monodrücker-Chronografenfunktion, eine Pulsometerskala und eine Anzeige der Gangreserve.

Alle Modelle sind mit der Genfer Punze zertifiziert, wie alle Manufakturkaliber von Vacheron Constantin. Der Harmony Chronograph kostet in Roségold 70.000 Euro.

Info: Vacheron Constantin

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foto: hersteller

Im Goldenen Schnitt

Dem diskreten Luxus hat sich Baume & Mercier mit der Classima-Kollektion verschrieben. Heuer stellte die Genfer Uhrenmarke neue Modelle der Linie vor. Die neue 40 Millimeter-Größe verleiht den ein- oder zweifarbigen Edelstahl-Gehäusen der Classima für Herren einen markanteren Stil, der die klare Linienführung hervorhebt. Alle Automatikmodelle sind zudem mit einem Saphirglasboden ausgestattet.

Die Herrenuhren, in denen ein Automatikkaliber von Sellita (SW 200) tickt, sind ab 1.990 Euro am Krokoband und für 2.190 Euro am Stahlband erhältlich. 2.800 Euro werden für das Modell mit massiver Rotgoldlünette fällig und 3.700 Euro, wenn ein Armband aus Stahl und Rotgold hinzukommt. Nicht umsonst gilt Baume & Mercier als Einsteigermarke in die Uhrenwelt des Richemont-Konzerns.

Info: Baume & Mercier

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foto: hersteller

Schwarz und leicht

Das Gehäuse (47 Millimeter) der Luminor Submersible 1950 Carbotech besteht aus einem Verbundmaterial auf Kohlefaserbasis, genannt Carbotech, das von Panerai zum allerersten Mal in der Uhrenherstellung Verwendung findet und dem Zeitmesser seine mattschwarze Anmutung verleiht. Das Material ist leichter als Titan und Keramik und zudem korrisonsfrei.

Die aufgesetzten kleinen Markierungen auf der drehbaren Lünette zeigen sich inspiriert von einem 1956 von Panerai für die ägyptische Marine entwickelten Modell. Die Lünette ist nur gegen den Uhrzeigersinn drehbar und erlaubt die Verfolgung der unter Wasser verbrachten Zeit– eine äußerst nützliche Funktion für eine professionelle Taucheruhr mit einer Wasserdichtigkeit von 30 bar (ca. 300Meter).

Technisches Herz der Luminor Submersible 1950 Carbotech ist das in der Panerai-Manufaktur in Neuchâtel entwickelte und gefertigte Automatikkaliber P.9000. Zur Gewährleistung maximaler Genauigkeit beim Einstellen der Uhr verfügt das Uhrwerk über eine Vorrichtung zum Anhalten der Unruh bei der Vor- bzw. Rückstellung des Stundenzeigers in 1-Stunden-Sprüngen ohne Beeinflussung der Bewegung des Minutenzeigers. Das auswechselbare Armband besteht aus Naturkautschuk. Sie kostet 15.700 Euro.

Info: Panerai

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foto: hersteller

Gas geben am Handgelenk

Zur Feier der zehnjährigen Partnerschaft präsentiert Parmigiani Fleurier 2014 drei limitierte Auflagen der Bugatti. Die Marke entwickelte die neuen Modelle auf der Basis des Sportboliden Bugatti 370 mit seinem quer angeordneten Uhrwerk.

Die drei neuen Modelle der limitierten Jubiläumsausgabe heißen Bugatti Mythe, Bugatti Victoire und Bugatti Révélation (Foto). Jedes von ihnen spiegelt auf seine ganz eigene Art und Weise einen Aspekt der Partnerschaft bzw. der Automobilwelt wider, welche die Kollektion inspiriert.

So fällt die Roségolduhr Révélation durch ihr Klappgitter über dem oberen Saphirglas auf. Es ist vom Kühlergrill des Supersportwagens Bugatti Veyron inspiriert und lässt sich per Knopfdruck öffnen, um Einblick ins Werk (Kaliber PF370) und auf die trommelförmige Gangreserveanzeige (zehn Tage) zu geben. Gehäuse: 52,50 x 32,40 Millimeter. Der Zeitmesser kostet rund 340.000 Euro.

Info: Parmigiani Fleurier

(Markus Böhm, derStandard.at, 11.2.2015)

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