Eigene Streamingdienste: Apple greift Netflix und Spotify an

5. Februar 2015, 08:54
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Apple plant Neuausrichtung von Apple TV mit Live-Fernsehen, Musikdienst Beats wird überarbeitet

Am Donnerstag hat gleich eine Reihe von Berichten über neue Apple-Streamingdienste die Runde gemacht. Offenbar plant der IT-Konzern, massiv in diesen Bereich zu investieren. Dabei ist Apple sowohl an Video- als auch an Musikstreaming interessiert und könnte somit im Lauf des Jahres die zwei jeweiligen Marktführer Spotify und Netflix attackieren. Apple soll dabei auch auf günstigere Preismodelle als die Konkurrenz sowie Android-Versionen seiner Dienste setzen.

Live-Fernsehen via Apple

So plant Apple laut einem Bericht der meist gut informierten IT-Nachrichtenseite "Re:code", einen komplett neuen Web-TV-Dienst aufzusetzen. Im Unterschied zur Abo-Videothek Netflix soll Apple dabei auch auf Live-Fernsehen setzen, will also die Fernsehprovider umgehen. Der IT-Konzern will einzelne Pakete anbieten, die mehrere TV-Sender abdecken (beispielsweise Sport, Film). Gleichzeitig soll iTunes integriert sein, wodurch Nutzer via Apple TV sowohl "echt" fernsehen als auch auf bestehende Inhalte zurückgreifen können.

Erste Demoversion hergezeigt

Der Apple-Dienst soll schon relativ weit fortgeschritten sein, laut "Re:code" wurde Verhandlungspartner bereits eine Demoversion vorgeführt. Apples Interesse am TV-Markt ist schon länger auffällig: CEO Tim Cook hat den Bereich bereits mehrfach als Expansionsgebiet genannt, Apple-Medienchef Eddy Cue nannte die analoge TV-Nutzung "beschissen". Zeitlich steht Apple etwas unter Druck, da Sony mit "PlayStation Vue" einen ähnlichen Dienst anbieten will. Auch Sling TV wird in den USA immer beliebter, Netflix expandiert unterdessen munter in weitere Länder.

Beats mit iTunes

Auch auf dem Musikmarkt sollte sich Apple beeilen: Denn Spotify hat mit Deezer und Google Play zwei ernste Konkurrenten hinzugewonnen. Aber auch hier will Apple etwas abseits des Gewöhnlichen auftreten: Der eigene Dienst soll zwar in puncto Technik und Musikkatalog auf den vergangenes Jahr erworbenen Beats-Dienst setzen, gleichzeitig aber komplett neu aufgesetzt werden und sehr eng mit iTunes interagieren. So soll Apples Musikstreaming-Dienst laut "9to5Mac" "sehr tief" in den Betriebssystemen OS X und iOS verwurzelt sein.

Preisschlacht

Nutzer können eigene Musik, die sie auf iTunes erworben oder in iTunes geladen haben, dann auch unterwegs im Streamingdienst hören. Die iCloud soll hier eine große Rolle spielen. Preislich will Apple mit kolportierten 7,99 Dollar die Konkurrenz weit unterbieten. Weiters ist eine eigenständige Version für Android geplant, es wäre die erste große Apple-App für das konkurrierende Smartphone-Betriebssystem.

Interne Querelen

Allerdings soll es intern krachen: Die Integration von ehemaligen Beats-Mitarbeitern funktioniert angeblich nicht, Insider sprechen von einer "Katastrophe" und behaupten, dass "es nicht besonders gut läuft". Daher soll der Dienst nicht, wie von CEO Cook gewünscht, bereits im März fertig sein. Beobachter erwarten nun, dass Apple den Service auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni präsentieren wird. (Fabian Schmid, derStandard.at, 5.2.2015)

  • Apple will seine TV-Pläne nun Realität werden lassen.
    foto: dapd/lennihan

    Apple will seine TV-Pläne nun Realität werden lassen.

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