Keine Gratisverteilung von "Charlie Hebdo" in Israel

5. Februar 2015, 06:52
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Liebermans Partei wollte Zeitschrift verschenken

Paris/Tel Aviv - Die rechte Partei Israel Beitenu von Außenminister Avigdor Lieberman darf nicht wie geplant Gratisexemplare der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" verteilen. Das entschied die zentrale israelische Wahlkommission am Mittwoch, wie der Fernsehsender Channel 2 am Abend berichtete.

Lieberman hatte Ende Jänner Jungmitglieder seiner Partei angewiesen, Tausende Druckexemplare zu erwerben und zu verschenken. Zur Begründung sagte er, Israel werde sich nicht Drohungen unterwerfen und die Meinungsfreiheit einschränken.

Auf Antrag arabischer Parteien erließ Richter und Wahlkommissionschef Salim Joubran am Abend ein Dekret, das die Verteilung des Hefts untersagt. Das israelische Wahlgesetz verbiete es den Parteien, Geschenke zu verteilen, hieß es zudem. Israel wählt am 17. März ein neues Parlament.

Islamistische Terroristen hatten beim Anschlag auf das Satiremagazin am 7. Jänner in Paris zwölf Menschen getötet. Die erste "Charlie Hebdo"-Ausgabe danach zeigte einen weinenden Propheten Mohammed auf dem Titel. Teils sehr umstrittene frühere Mohammed-Karikaturen von "Charlie Hebdo" gelten als Hintergrund des Angriffs auf die Redaktion. (APA, 5.2.2015)

  • Zweifelhafte Solidarität: der rechte Avigdor Lieberman will die linksorientierte Zeitschrift Charlie Hebdo verteilen.
    foto: apa/epa/sultan

    Zweifelhafte Solidarität: der rechte Avigdor Lieberman will die linksorientierte Zeitschrift Charlie Hebdo verteilen.

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