Pfusch und Schattenwirtschaft: Shadows of Grey

Kommentar4. Februar 2015, 18:03
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Nur mit strukturellen Maßnahmen kann dieses hohe Maß an Schattenwirtschaft zurückgedrängt werden

In Österreich gibt es eine inhärente Korruption, die nicht kleingeredet werden darf. Das beginnt bei Megaskandalen wie dem rund um die Hypo Alpe Adria, setzt sich fort mit vielen Bau- und Gewerbearbeiten, bei denen nur ein Teil offiziell versteuert wird - der Rest wird "schwarz" fertiggestellt -, und endet bei relativ kleinen Beträgen wie solchen für eine Fußpflege oder das Saubermachen der Wohnung durch die Putzhilfe aus Polen.

An dieser Stelle sei eine These aufgestellt: Kein Österreicher, keine Österreicherin, der/die nicht im Laufe eines Jahres irgendwas "schwarz" machen lässt - oder selbst macht. Die Begierde, Steuern zu sparen, ist tief verankert. Deshalb ist es müßig darüber zu spekulieren, ob die rund acht Prozent des BIPs, die zuletzt als Schattenwirtschaftsanteil angegeben wurden, zu hoch gegriffen sind oder zu niedrig. Und ob wir damit besser sind als der Rest Europas - oder nicht.

Vielmehr muss klar sein, dass nur mit strukturellen Maßnahmen, mit Anreizen, dieses hohe Maß an Schattenwirtschaft zurückgedrängt werden kann: Der Handwerkerbonus, der im Vorjahr eingeführt wurde, ist ein solcher Weg, man sollte dieses Instrument ausbauen. Der Dienstleistungsscheck etwa für Putzleistungen ist auch eine Möglichkeit, die in der Abwicklung vereinfacht gehörte.

Nur wenn ins System eingezahlt wird, kann auch herausgeholt werden. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, 5.2.2015)

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