65. Berlinale: Vom Nordpol bis zum Waldviertel

4. Februar 2015, 15:46
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Das Filmfestival startet am Donnerstag mit "Nobody Wants the Night"

Berlin - "Warten sie darauf. Warten Sie. Ich mache eine verhängnisvolle Vorhersage: Wie gut sie doch ist!" Werner Herzog sagt das über Darstellerin Nicole Kidman in seinem neuen Film Queen of the Desert. Der alte Fuchs weiß eben, wie man PR richtig macht. Hoher Erwartungsdruck, das passt insgesamt zu diesem Festivalstart - selbst wenn der Überblick bei einem Großereignis wie diesem kaum zu gewährleisten ist. Bis 15. Februar laufen nicht weniger als 441 Filme bei der Berlinale.

Herzogs Kolonialdrama ist einer von 19 Anwärtern auf den Goldenen Bären: Terrence Malick, der sich in Knight of Cups mit dem Starsystem Hollywoods beschäftigt, ist ein weiterer großer Name darin. Vielversprechend klingen auch Under Electric Clouds, ein ambitioniertes Gegenwartspanorama Russlands von Alexej German junior, eine Neoadaption von Das Tagebuch einer Kammerzofe durch den Franzosen Benoît Jacquot sowie ein Historiendrama des Rumänen Radu Jude (Aferim!).

Eröffnet wird am Donnerstagabend mit Nobody Wants the Night. Juliette Binoche spielt in dem Abenteuerfilm der Spanierin Isabel Coixet (Mein Leben ohne mich) die Frau eines Arktisforschers, die sich 1908 selbst auf die Reise zum Nordpol begibt.

Österreichische Wettbewerbsfilme sind in diesem Jahr nur beim Kurzfilm vertreten: Arbeiten von Sebastian Brameshuber (Of Stains, Scrap & Tires) und Billy Roisz / Dieter Kovacic (THE). Peter Kerns Der letzte Sommer der Reichen (siehe Interview) wird als "Panorama Spezial" gezeigt.

Nikolaus Geyrhalters Langzeitdoku um ehemalige Mitarbeiter einer Textilfabrik im Waldviertel, Über die Jahre, läuft in der Sektion Forum. Dort feiert auch Karl Markovics' zweite Regiearbeit Superwelt ihre Premiere: Ulrike Beimpold verkörpert eine Kassiererin, die eines Tages meint, die Stimme Gottes zu vernehmen. (kam, DER STANDARD, 5.2.2015)

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