"Schwangere" IS-Kämpferinnen: Presserat betont Persönlichkeitsrechte

4. Februar 2015, 15:14
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Spekulationen über Schwangerschaft der beiden jungen Wienerinnen "heikel"

Wien - Der Presserat hat im Zusammenhang mit der Berichterstattung über zwei junge Wienerinnen, die sich der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) angeschlossen haben sollen, auf die Einhaltung der Persönlichkeits- und Intimsphäre hingewiesen. Das Onlineportal oe24.at hatte unter Berufung auf die englische "Daily Mail" berichtet, dass die Frauen angeblich schwanger seien und zurück nach Hause wollten.

Der Presserat hielt dazu fest, dass es wegen des weltweiten Aufsehens und Medienechos ein öffentliches Interesse an den beiden Wiener Jugendlichen gibt. Die Veröffentlichung von Bildern der beiden Jugendlichen bewertete das Gremium aus medienethischer Sicht als unbedenklich, da diese Bilder auch auf der Webseite von Interpol zu finden sind. Auch die Beschreibung der Zustände im IS-Einflussbereich sei für die Allgemeinheit und den politischen Diskurs relevant.

Dies diene nicht nur der Aufklärung, sondern könne auch dazu beitragen, andere junge Menschen, von der Idee abzubringen, nach Syrien in den Jihad zu ziehen. Spekulationen darüber, dass die beiden schwanger seien und nach Österreich zurück möchten, sieht der Presserat aber als heikel an. Dadurch könnte es zu einer zusätzlichen Gefährdung der Betroffenen gekommen sein. Unter Abwägung der angeführten Faktoren stellte der Presserat eine geringfügige Verletzung des Ehrenkodex fest und sprach einen Hinweis aus. (APA, 4.2.2015)

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