Dienstleistungsscheck so beliebt wie nie zuvor

4. Februar 2015, 10:39
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2008 wurde erstmals die Marke von 100.000 verkauften Schecks geknackt

Wien - Der Dienstleistungsscheck macht sich. Dieses noch unter Schwarz-Blau eingeführte Instrument zur Legalisierung etwa von Putz- oder Gartenarbeit hat in den vergangenen Jahren erstaunliche Wachstumsraten hingelegt. 2014 wurde mit gut 247.000 verkauften Schecks ein neuer Rekord erzielt, geht aus einer der APA vorliegenden Auswertung des Sozialministeriums hervor.

Der Wert der im Vorjahr gesamt gekauften Schecks lag bei immerhin 6,25 Millionen Euro. Zum Vergleich: im ersten Jahr des Schecks 2006 war mit 997.000 Euro (bei knapp 60.000 verkauften Schecks) noch nicht einmal die Millionengrenze erreicht worden.

Seither ist der Dienstleistungsscheck von Jahr zu Jahr beliebter geworden. 2008 wurde erstmals die Marke von 100.000 verkauften Schecks geknackt, 2013 lag man schon über 200.000 und das Plus setzt sich fort. Im Vorjahr waren es exakt 247.106 Dienstleistungsschecks, die erworben wurden. Der größte Teil davon (240.106) wurde auch eingelöst.

Online zieht

Die steigende Beliebtheit der Schecks dürfte auch damit zusammenhängen, dass diese seit einigen Jahren unbürokratischer abgewickelt werden können. Seit 2011 können Arbeitgeber über http://www.dienstleistungsscheck-online.at Dienstleistungsschecks bestellen, kaufen und bezahlen und an ihre Dienstnehmer auch weiterleiten. Diese haben wiederum die Möglichkeit, Dienstleistungsschecks elektronisch einzulösen. Bis dahin musste der Scheck bei Verkaufsstellen wie z.B. Trafiken oder Postämtern erworben werden.

Bezahlt werden dürfen mit dem Scheck nur "einfache haushaltsnahe Arbeiten" in privaten Haushalten. Darunter wird z.B. "Unterstützung bei der Haushaltsführung", Reinigung, Kinderbeaufsichtigung oder einfache Gartenarbeit verstanden. Der Stundenlohn wird zwischen Dienstgeber und Arbeitnehmer selbstständig ausgehandelt, unter den Mindestlohn darf er aber nicht fallen. Bei ein und dem selben Arbeitgeber ist eine Beschäftigung nur bis zur Geringfügigkeitsgrenze möglich.

Hauptvorteil für den Dienstnehmer ist, dass er unfallversichert ist. Eine Kranken- und Pensionsversicherung ist freiwillig möglich. Für den Arbeitgeber der Vorteil ist, dass er mit dem in den einschlägigen Branchen breit verbreiteten Thema Schwarzarbeit nichts zu tun hat. (APA, 4.2.2015)

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