Microsofts Tablet-Flop: Windows RT ist Geschichte

4. Februar 2015, 09:55
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Mit dem Surface 2 und dem Lumia 2520 wurden die letzten RT-Tablets eingestellt

Windows RT sollte für Microsoft den Tablet-Markt erobern. Mit einer Touch-freundlichen Oberfläche, die das Unternehmen auch für Windows 8 umgesetzt hat, und abgespeckten Funktionen für schwächere Hardware sollte es Apples iPad und den zahlreichen Android-Tablets Konkurrenz machen. Doch die Strategie ging nicht auf. Die Einstellung der letzten Tablets und die zukünftige Strategie mit Windows 10 besiegeln das Ende von Windows RT.

Keine Tablets mehr

Ende Jänner hat Microsoft bereits bekannt gegeben, das Surface 2 einzustellen. Wie "The Verge" nun berichtet, wird auch das Nokia Lumia 2520 nicht weiter hergestellt. Auf den Markt gekommen war Windows RT im Jahr 2012. Von den Herstellern gab es zunächst durchaus einigen Rückhalt. So hatten unter anderem Samsung, Lenovo, Asus und Dell entsprechende Tablets im Angebot. Aufgrund enttäuschender Verkaufszahlen wurden die RT-Tablets jedoch rasch wieder vom Markt genommen. Auch Microsofts Strategie, selbst Tablets unter der Marke Surface anzubieten, kam bei einigen Herstellern nicht gut an.

Verwirrende Strategie

Windows RT läuft im Gegensatz zu Windows 8 auf Geräten mit ARM-Prozessoren. Microsoft wollte damit den Markt kleinerer Tablets aufrollen und eine Alternative zu iPad und Android-Tablets aufziehen. Intel hatte lange Zeit keine für derartige Geräte geeignete Prozessoren. Auch heute sind ARM-CPUs bei mobilen Geräten noch immer dominierend. Die Windows-Tablets, die es derzeit auf dem Markt gibt, basieren auf Intel-Chips und Windows 8.

Apps für Windows RT können nur aus dem offiziellen Microsoft-Store installiert werden, Anwendungen früherer Windows-Systeme werden nicht unterstützt. Von Beginn weg gab es Kritik an der vergleichsweise geringen Auswahl an Programmen sowie am Desktop-Modus, auf den man auch auf den RT-Tablets zugreifen kann.

So mokierte Samsung bereits Anfang 2013, dass vielen Kunden der Unterschied zwischen Windows 8 und RT nicht klar sei. Dafür hätten Hersteller viel Geld in Marketing und Werbung investieren müssen. Auch konnte man die Tablets nicht zu den anvisierten, niedrigeren Preisen anbieten.

Neue Strategie mit Windows 10

Dass Windows RT keine Rolle mehr für Microsoft spielt, war bereits mit der Vorstellung von Windows 10 klar. Besitzer eines Surface RT oder Surface 2 erhalten kein Update mehr auf das neue Betriebssystem bzw. nur eine rudimentäre Aktualisierung. Windows 10 wird in Zukunft auf normalen PCs, Tablets und Smartphones laufen - plattformbedingt mit einigen Unterschieden. Entwickler sollen ihre Apps so einfacher für verschiedene Geräte umsetzen können.

Das neue Betriebssystem ist mit ARM-Prozessoren kompatibel. Erst jetzt hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass es das Betriebssystem kostenlos für den Mini-PC Raspberry Pi 2 zur Verfügung stellt. Welche Hersteller 7 oder 8 Zoll große, ARM-basierte Tablets mit Windows 10 anbieten werden, ist noch nicht bekannt. Mit nur knapp drei Jahren am Markt ist Windows RT somit einer der größten Flops von Microsoft. Der Schwenk auf Windows 10 zeigt aber auch, dass das Unternehmen aus seinen Fehlern lernt. (Birgit Riegler, derStandard.at, 4.2.2015)

  • Das Surface 2 war gemeinsam mit dem Nokia Lumia 2520 das letzte Tablet mit Windows RT.
    foto: ap

    Das Surface 2 war gemeinsam mit dem Nokia Lumia 2520 das letzte Tablet mit Windows RT.

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