ATX weiter in der Verlustzone

5. Februar 2015, 12:22
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Griechenland-Sorgen lasten auf europäischen Märkten

Wien - Die Wiener Börse hat sich heute, Donnerstag, zu Mittag bei moderatem Volumen mit leichterer Tendenz präsentiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.244,34 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 8,38 Punkten bzw. 0,37 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt unverändert, FTSE/London -0,24 Prozent und CAC-40/Paris -0,35 Prozent.

Auch an den europäischen Leitbörsen ging es überwiegend etwas bergab. Belastet wurde das Sentiment an den Märkten von Sorgen um das Finanzsystem in Griechenland. Am Mittwochabend hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Sondergenehmigung für den Einsatz griechischer Staatsanleihen aufgehoben. Die Bonds dürfen künftig nicht mehr als Sicherheiten für Bankkredite akzeptiert werden. Es sei nicht sicher, dass die Überprüfung des griechischen Spar- und Reformprogramms erfolgreich abgeschlossen werde, begründete die EZB ihre Entscheidung.

Die Sondergenehmigung ist an das laufende EU-Hilfsprogramm geknüpft. Der Beschluss ist daher ein schwerer Schlag für die griechischen Banken, die am Geldtropf der EZB hängen. Diese können allerdings weiterhin auf Notkredite der griechischen Zentralbank zurückgreifen. Nach Angaben Griechenlands hat die EZB die Obergrenze für Notkredite um 10 Mrd. Euro angehoben. Damit sei das Bankensystem geschützt, erklärte ein Regierungsvertreter in Athen.

An der Börse in Griechenland brachen Bankwerte dennoch um bis zu 15 Prozent ein und belasteten damit den gesamten europäischen Sektor. Auch die heimischen Finanzwerte notierten zu Mittag klar im Minus. Erste Group gaben 1,50 Prozent auf 20,02 Euro ab und Raiffeisen verloren 1,13 Prozent auf 10,49 Euro. Die Raiffeisen Bank International (RBI) wird am kommenden Montag ihre vorläufigen Zahlen für das Jahr 2014 vorlegen. Die Wertpapierexperten der UBS haben im Vorfeld dazu das Kursziel der RBI von 18,00 Euro auf 11,50 Euro gesenkt. Die Bewertung "Neutral" wurde bestätigt. Die Experten der UBS erwarten für das vierte Quartal der RBI einen Verlust von über 500 Mio. Euro.

Ölwerte drehten dagegen nach Kursverlusten im Frühhandel ins Plus. OMV erhöhten sich um 0,21 Prozent auf 23,35 Euro und Schoeller-Bleckmann (SBO) stiegen um 0,42 Prozent auf 56,89 Euro. Nach starken Abschlägen am gestrigen Mittwoch zeigten sich die Preise für die Rohölsorten Brent und WTI am Donnerstag wieder im grünen Bereich.

Konjunkturseitig stehen heute nur wenig marktbewegende Zahlen auf der Agenda. Die Anleger warten bereits auf den am morgigen Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht, hieß es aus dem Handel. Heute Nachmittag werden die wöchentlichen Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX gegen 11.00 Uhr bei 2.253,03 Punkten, das Tagestief lag gegen 9.35 Uhr bei 2.228,87 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,38 Prozent tiefer bei 1.135,08 Punkten. Im prime market zeigten sich elf Titel mit höheren Kursen, 25 mit tieferen und keiner unverändert. In drei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 1.717.560 (Vortag: 2.511.200) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 56,683 (78,91) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher OMV mit 224.739 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 10,39 Mio. Euro entspricht. (APA, 5.2.2015)

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