Flugzeugunglück in Taiwan: 32 Tote, Suche nach elf Vermissten

5. Februar 2015, 10:02
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Maschine mit 58 Menschen an Bord streifte ein Brücke

Taipeh - Einen Tag nach einem der schlimmsten Flugzeugabstürze Taiwans haben Retter die schwierige Suche nach Überlebenden fortgesetzt. Von den 58 Menschen an Bord des Fluges GE235 kamen mindestens 31 Menschen ums Leben, rund ein Dutzend gilt weiter als vermisst, 15 Menschen konnten gerettet werden, wie die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA am Donnerstag unter Berufung auf die Feuerwehr berichtete.

Ein Amateurvideo zeigt, wie die Maschine eine Brücke in einem Wohngebiet der Millionenstadt rammt und in einen Fluss stürzt. Der Rumpf der Maschine hatte sich in das Flussbett gebohrt.

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Mit einem Kran konnten die Rettungskräfte in der Nacht auf Donnerstag mehrere große Teile des Flugzeugs aus dem Wasser ziehen. Die Leichen des Piloten, Kopiloten und Flugingenieurs konnten geborgen werden. Wenig später wurden die Körper von zwei Passagieren einen halben Kilometer von der Absturzstelle entfernt im Wasser entdeckt. Die Einsatzkräfte befürchten, dass noch mehr Menschen von der Strömung abgetrieben worden sein könnten.

Die Ursache für den Absturz lag zunächst völlig im Dunkeln. Für die Fluggesellschaft Transasia war es das zweite Unglück innerhalb von sieben Monaten.

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Die Auswertung der Daten aus der inzwischen geborgenen Blackbox des Flugzeuges soll Aufschluss über die Hintergründe geben. Ein Autofahrer hatte die dramatischen Szenen gefilmt. Die Maschine krachte kurz nach dem Start vom Songshan-Flughafen in der Innenstadt der Millionenmetropole mit einer Tragfläche gegen eine Brücke und ein Taxi. Dann stürzte sie in den Keelung-Fluss. Auf den verwackelten Bildern taucht die zweimotorige Maschine plötzlich hinter Hochhäusern auf, ehe sie über der Brücke niedergeht und in den Fluss stürzt. Von Schlauchbooten aus versuchten Rettungskräfte, Überlebende aus den Trümmern im Wasser zu ziehen.

Flug GE235 der Airline Transasia war um 10.52 Uhr (Ortszeit) in der Millionenstadt gestartet. Wenige Minuten später registrierte die Luftfahrtbehörde einen Notruf. Anschließend riss der Kontakt zu der Maschine ab. Bei der Maschine handle es sich um ein zweimotoriges Turboprop-Verkehrsflugzeug ATR-72. Behördenchef Lin Chih-ming sagte, unter den Passagieren seien 31 Touristen aus China gewesen. Chinas Regierungschef Li Keqiang bot Hilfe bei der Bergung an.

Als Vorsichtsmaßnahme erteilte Taiwans Luftverkehrsbehörde (CAA) allen Flugzeugen des Typs ATR 72 ein Startverbot. Während der vergangenen 20 Jahre hatte es vier schlimme Flugzeugabstürze mit ATR 72 von taiwanesischen Fluggesellschaften gegeben.

foto: reuters/pichi chuang

Der Behördenvertreter wollte sich nicht zu Spekulationen äußern, nach denen der Pilot das Flugzeug bewusst in den Fluss gelenkt haben könnte. Mehrere Luftfahrtexperten hatten in taiwanesischen Medien die Vermutung geäußert, dass der Pilot seine Maschine von Wohnhäusern weglenken wollte.

Im Juli vergangenen Jahres war eine Maschine der Fluggesellschaft bei Sturm auf der Insel Penghu in ein Wohngebiet gestürzt, 48 Menschen kamen ums Leben. Damals handelte es sich ebenfalls um ein zweimotoriges Turboprop-Flugzeug.

foto: reuters/river wang

Transasia-Chef Chen Xinde bat nach dem Absturz um Verzeihung. Während einer Pressekonferenz verbeugten er und weitere Führungskräfte sich aus Respekt vor den Angehörigen der Todesopfer.

Nach dem Absturz im Juli hat die Airline nach Angaben ihres Chefs ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Alle Flugzeuge würden regelmäßig intensiv geprüft. "Bei dem Flugzeug handelte es sich um das neueste Modell. Die Maschine war nicht mal ein Jahr in Betrieb", sagte Chen Xinde. Das Wetter sei gut gewesen. Es gebe bisher keinen Hinweis, was den Absturz verursacht haben könnte. (APA, 5.2.2015)

  • Spektakulärer Absturz.
    foto: ap/tvbs

    Spektakulärer Absturz.

  • Der Ort des Flugzeugunglücks.
    grafik: apa

    Der Ort des Flugzeugunglücks.

  • Bruchlandung im Keelung-Fluss.
    foto: reuters/chuang

    Bruchlandung im Keelung-Fluss.

  • Artikelbild
    foto: ap/santana
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