Ein Trio aus Harvestehude und der mögliche Traum

3. Februar 2015, 17:21
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Am Mittwoch geht es los: Bei der Hallenhockey-WM in Leipzig wollen Österreichs Männer trotz anderer, olympischer Prioritäten um Medaillen spielen – Damen haben bescheidenere Ziele

Leipzig - Harvestehude ist ein Stadtteil von Hamburg, einzig und allein berühmt für sein Hockey-Team, den deutschen Meister. Dort wohnen auch drei junge Österreicher, die ab heute, Mittwoch, in Sachsen für Furore sorgen wollen - bei der Hallen-Hockey-WM in Leipzig. Xaver Hasun, Benjamin Stanzl und Michael Körper bilden die Achse, um die herum sich das Herrennationalteam Österreichs dreht. Im Zwölf- Mann-Kader von Teamchef Tomasz Laskowski stehen fast nur Spieler zweier Mannschaften, ebendieses Harvestehuder HTC und der SV Arminen aus Wien-Hernals. Einzige Ausnahme ist Bartosz Schmidt vom HC Wien aus dem Prater. Das österreichische Hockey hinkt dem deutschen hinterher. Hier neben dem Studium arbeitende Amateure, dort bezahlte Vollprofis.

Obwohl es also im Klubhockey nicht allzu große Auswahl zu geben scheint, konnte die Nationalmannschaft in der Vergangenheit mehrmals auftrumpfen. Tatsächlich holte man seit 2008 bei jedem Großereignis eine Medaille. 2013 gewann Österreich in Almere (Niederlande) sogar Gold in der Halle. Allerdings haben sich die Prioritäten seither verschoben. Man will im Freien Ähnliches erreichen, weil das Feldhockey im Gegensatz zum Hallenpendant eine olympische Disziplin ist.

Anderer Fokus

In der Prioritätenliste des ÖHV steht die Hallen-WM also nicht ganz oben. "Unser Fokus liegt eigentlich auf der World League und der damit verbundenen Olympiaqualifikation. In die WM starten wir daher mit relativ kurzer Vorbereitung", sagte Teamchef Laskowski. Dennoch hofft man, wie schon 2011 in Posen (Polen) eine Medaille holen zu können. Damals reichte es für Bronze. "Die notwendige Qualität für eine Medaille haben wir. Ich kann mit meinem absoluten Wunschkader nach Leipzig fahren. Alle Spieler sind fit", sagte der ehemalige polnische Internationale Laskowski, dessen Truppe schon am vergangenen Freitag nach Deutschland gereist war.

Nicht ganz so hohe Ziele verfolgen die Damen des ÖHV, die am selben Schauplatz ihre Indoor-Weltmeisterinnen ermitteln. Bei den bisherigen drei Hallen-Welttitelkämpfen waren sie jeweils Siebente. Österreichs Teamchef Nitan Sondhi möchte eine Steigerung. "Durch die Verletzungen von Irene Balek und Corinna Zerbs fehlen uns Erfahrung und Qualität von 300 Länderspielen, aber wir wollen ins Viertelfinale und dann mindestens so gut abschneiden wie bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften", sagte der Deutsche.

Sowohl die Herren als auch die Damen haben am Montag in den abschließenden Testspielen Niederlagen bezogen. Die Herren unterlagen Welt- und Europameister Deutschland mit 4:9, die Damen ebenfalls dem Veranstalterland mit 2:6. Beide Mannschaften treffen auch in der Gruppenphase auf die deutschen Auswahlen. Die Herren beginnen in Gruppe A am Mittwoch gegen den Iran und Australien, dann warten Deutschland, Schweden und Tschechien. Für den Aufstieg ins Viertelfinale müssen Hasun und Kollegen einen Platz unter den besten vier in ihrer Gruppe erreichen. Dasselbe gilt für die Damen: Titelverteidiger Deutschland, die Ukraine, Australien, Kanada und Belgien sind im Weg. (APA, mdt, DER STANDARD, 4.2.2015)

  • 2014, bei der EM in der Wiener Stadthalle, trafen die beiden schon aufeinander, der Armine Sebastian Eitenberger (rechts) und Ricardo Nevado. Der Deutsche blieb im Finale im Penaltyschießen siegreich.
    foto: apa

    2014, bei der EM in der Wiener Stadthalle, trafen die beiden schon aufeinander, der Armine Sebastian Eitenberger (rechts) und Ricardo Nevado. Der Deutsche blieb im Finale im Penaltyschießen siegreich.

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