Nizza: Soldaten vor jüdischem Zentrum mit Messer angegriffen

3. Februar 2015, 18:57
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Zwei Verletzte, Angreifer verhaftet

Vor einem jüdischen Zentrum in Südfrankreich hat ein Angreifer mit einem Messer am Dienstag drei französische Soldaten attackiert, die dort im Rahmen des französischen Anti-Terror-Plans als Wachpersonal im Einsatz waren. Zwei Soldaten seien dabei am Nachmittag im Zentrum von Nizza leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Der Angreifer, über dessen Motiv zunächst nichts bekannt war, wurde festgenommen. Die Soldaten bewachten in der Stadt ein Gebäude, in dem die israelitische Kultusgemeinde von Nizza, eine jüdische Vereinigung sowie Radio Shalom untergebracht sind. Kurz nach 14 Uhr habe der Angreifer, der auf dem Gehsteig vorbeiging, plötzlich mit einem großen Messer auf das Gesicht oder den Hals eines Soldaten gezielt, hieß es von der Polizei. Der Soldat erlitt demnach eine tiefe Schnittwunde an der Wange. Als die beiden anderen Soldaten ihrem Kollegen helfen wollten, wurde einer von ihnen am Arm verletzt.

Die Ermittlungen übernahm die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris. Der Angreifer soll erst vergangene Woche von der Türkei nach französischem Hinweis an der Grenze abgewiesen worden sein, als er versuchte, mit einem Hinflug-Ticket dort einzureisen, hieß es aus Ermittlerkreisen. Er sei daraufhin vom französischen Inlandsgeheimdienst bei seiner Rückkehr befragt worden. Der etwa 30-jährige Mann aus dem Großraum Paris ist bei der Polizei unter anderem wegen Gewalttaten und schweren Diebstahls bekannt.

Der Täter soll nach übereinstimmenden Angaben aus Ermittlerkreisen Moussa Coulibaly heißen, aber "auf den ersten Blick" keine Verbindung zu Amedy Coulibaly haben, einem der drei islamistischen Attentäter, die im Großraum Paris Anfang Jänner 17 Menschen getötet hatten. Amedy Coulibaly hatte eine Polizistin erschossen und bei der Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt vier weitere Menschen getötet.

Die Polizei nahm im Zusammenhang mit der Attacke in Nizza auch einen zweiten Mann fest, der vor der Tat mit dem Angreifer gesehen worden sein soll, allerdings nicht zum Zeitpunkt der Attacke auf die Soldaten, wie es in Polizeikreisen hieß.

Seit der islamistischen Anschlagsserie stehen jüdische Einrichtungen, Schulen und Medienhäuser in Frankreich verstärkt unter Schutz. Die sozialistische Regierung hat dafür rund 10.500 Soldaten zusätzlich zur Polizei mobilisiert. Im Großraum Paris gilt nach wie vor die höchste Terrorwarnstufe. (APA, 3.2.2015)

  • Der Ort des Angriffs im Zentrum von Nizza wurde abgesperrt.
    foto: reuters/gaillard

    Der Ort des Angriffs im Zentrum von Nizza wurde abgesperrt.

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