BayernLB muss wegen Hypo-Streits wohl Geld zurücklegen

3. Februar 2015, 10:40
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Bislang sah die deutsche Bank keinen Bedarf für Rückstellungen. Geht es nach einem Insider, dürfte sich das nun ändern

Frankfurt - Der Streit mit der österreichischen Ex-Tochter Hypo Alpe Adria könnte die BayernLB 2014 noch tiefer in die roten Zahlen drücken als bisher erwartet. Die Wahrscheinlichkeit sei gestiegen, dass die zweitgrößte deutsche Landesbank wegen des Konflikts im abgelaufenen Geschäftsjahr Rückstellungen bilden müsse, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Dienstag. Grund sei das 2014 in Österreich verabschiedete Hypo-Sondergesetz, in dem ein Sanierungsbeitrag der BayernLB von 800 Millionen Euro festgeschrieben ist. Wie hoch die Rückstellungen ausfallen könnten, sei noch nicht entschieden.

Die BayernLB hat gegen das Hypo-Sondergesetz zwar Verfassungsbeschwerde eingelegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank am Ende Teile des Geldes nicht wieder sieht, sei durch den umstrittenen Vorstoß Österreichs jedoch gestiegen, sagte eine andere mit dem Vorgang vertraute Person. "Durch das Gesetz ist eine neue Situation entstanden." Der neue BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler, der Ende März seinen ersten Jahresabschluss vorlegt, werde deshalb wohl auf Nummer sicher gehen und Rückstellungen bilden, berichtete das "Handelsblatt". Die BayernLB wollte sich dazu nicht äußern.

Noch keine Rückstellungen

Die Münchener hatten die ehemalige Kärntner Landesbank 2007 gekauft und das marode Institut zwei Jahre später an die Republik Österreich zurückgegeben. Insgesamt fordern die Bayern von der Hypo Kredite von mehr als zwei Milliarden Euro zurück. Weil ihre Anwälte bisher davon ausgingen, dass die BayernLB ihre Forderungen vor Gericht mit hoher Wahrscheinlichkeit durchsetzen kann, hat die Bank keine Rückstellungen gebildet, sondern lediglich rund eine Milliarde von ihrem Eigenkapital abgezogen.

Die Bank geht gegen die Hypo vor mehreren Gerichten vor, die Prozesse könnten sich jahrelang hinziehen. Der Streit ist die letzte große Baustelle, die das in der Finanzkrise vom Land Bayern gerettete Institut noch nicht geschlossen hat. Die kriselnde Tochter MKB konnten die Bayern 2014 an den ungarischen Staat losschlagen. Dies war jedoch mit hohen Abschreibungen verbunden, weshalb die Bank für das abgelaufene Jahr erstmals seit 2009 rote Zahlen erwartet. (Reuters, 3.2.2015)

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