Zündschlösser: General Motors bestätigt 51 Todesfälle

2. Februar 2015, 20:50
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Mehr als 4.100 Entschädigungsanträge eingegangen

Detroit - Im Skandal um den verspäteten Rückruf von Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern hat der US-Autohersteller General Motors (GM) mittlerweile 51 Todesfälle eingeräumt. Das teilte am Montag der Anwalt Kenneth Feinberg mit, der einen von GM eingerichteten Entschädigungsfonds verwaltet.

Bis zum Ablauf der Frist am 31. Jänner seien 455 Anträge eingegangen, in denen Schadensersatz wegen tödlicher Unfälle geltend gemacht worden sei. Davon würden derzeit noch 110 Fälle geprüft. Anfänglich hatte der Konzern von 13 Todesfällen gesprochen.

GM zahlt für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar (gut 880.000 Euro), für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte sollen je 300.000 Dollar fließen. Dazu kommen weitere Entschädigungszahlungen für erlittene Verletzungen. Feinberg erklärte, dass seit August insgesamt 4.180 Forderungen nach Schadenersatz bei dem Fonds eingegangen seien - von denen bisher aber erst 128 anerkannt worden seien.

Gesamte Entschädigungssumme unklar

Für Angaben zur endgültigen Höhe der Entschädigungssumme sei es noch zu früh, sagte Feinberg dem Finanznachrichtensender Bloomberg. Hunderte Anträge seien in den letzten zehn Tagen eingegangen. Die Bearbeitung werde noch "mindestens einige Monate" dauern, sagte er.

General Motors musste Anfang des vergangenen Jahres 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2011 zurückrufen, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können. Dies kann dazu führen, dass Airbags, Servolenkung und Bremskraftverstärker ausfallen. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Im Mai hatte GM wegen der verspäteten Rückrufe die Zahlung einer Geldstrafe von 35 Millionen Dollar an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA akzeptiert.

Zahlreiche Sammelklagen

Landesweit reichten Anwälte Sammelklagen gegen General Motors ein. Während das Unternehmen Unfallopfer und ihre Familien entschädigen will, wehrt es sich gegen die Forderungen eines Großteils der Autobesitzer, die Reparaturkosten oder einen Wertverlust geltend machen wollen.

Als Reaktion auf die Zündschloss-Affäre hatte Konzernchefin Mary Barra eine Qualitätsüberprüfung bei GM-Modellen eingeleitet, die weitere Rückrufe zur Folge hatte. Der Konzern holte seit Jahresbeginn 2014 weltweit mehr als 30 Millionen Autos wegen verschiedener Mängel in die Werkstätten. Besonders betroffen ist der nordamerikanische Markt. Trotz des Skandals stieg der weltweite Absatz von GM im vergangenen Jahr aber im Vergleich zu 2013 um zwei Prozent auf 9,92 Millionen Fahrzeuge. (APA, 2.2.2015)

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