Intel kauft deutschen Netztechnik-Anbieter Lantiq

2. Februar 2015, 12:56
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Computergesteuertes Heim Zukunftsmarkt für Technologiebranche

Der US-Chipriese Intel übernimmt den deutschen Netztechnik-Anbieter Lantiq. Mit dem Kauf der früheren Infineon-Tochter wollen die Amerikaner ihr Angebot für Breitbandtechnik erweitern, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

"Zusammen haben wir ein breites und integriertes Angebot von Verbindungstechnik und Home-Cloud-Technologien für Hersteller, Dienstleister und Softwareanbietern für das digitale Zuhause", hieß es. Das computergesteuerte Heim ist als Zukunftsmarkt der letzte Schrei in der Technologiebranche.

Google kaufte Nest

Im vergangenen Jahr übernahm Google den Haustechnikanbieter Nest für 3,2 Mrd. Dollar (aktuell 2,8 Mrd. Euro). Auch Unternehmen wie Apple, Samsung, die Deutsche Telekom, Bosch oder Gigaset setzen stark auf das vernetzte Zuhause, in dem der Besitzer von seinem Smartphone aus seine Spülmaschine oder seine Heizung steuern kann.

Finanzielle Details des Lantiq-Kaufs gab Intel nicht preis. Infineon hatte das Geschäftsfeld in finanzieller Bedrängnis 2009 für 250 Mio. Euro an den US-Finanzinvestor Golden Gate Capital verkauft. Die Amerikaner hatten in der Folge auch wegen des scharfen Konkurrenzkampfs in der Breitbandtechnik einige Mühe, Lantiq auf Rendite zu trimmen.

Der Chipspezialist ist bereits das zweite Geschäftsfeld aus dem früheren Infineon-Konzern, das an Intel geht. Bereits Anfang 2011 hatte der weltgrößte Chiphersteller den Bayern ihre Mobilfunktechnik für 1,4 Mrd. Dollar abgekauft. Infineon konzentriert sich seither auf Chips für Autos, die Industrie und Sicherheitstechnik, um sich unabhängiger von den Zyklen der Halbleiterbranche zu machen. (APA, 2.2. 2015)

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