Neue Impfempfehlungen für Erwachsene

2. Februar 2015, 11:18
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Vor allem für Ältere gibt es einige Besonderheiten bezüglich Grundimmunisierung und Auffrischungen

Eltern lassen ihre Kinder vor gefährlichen Erkrankungen oft durch Impfung schützen. Für Erwachsene im Berufsleben kommen die entsprechenden Informationen aber oft nicht an. "Die Folge sind eine zu geringe Durchimpfungsrate", heißt es von den Experten. Die neuen Empfehlungen (siehe unten) entstanden unter Federführung des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin (MedUni Wien) sowie des Gesundheitsministeriums.

Besonderheiten für Ältere

Mit einer neuen Publikation wollen die Experten die geltenden Empfehlungen für Immunisierungen in der Altersgruppe zwischen 18 und 60 Jahre zusammenfassen und auf einige Besonderheiten bei Älteren hinweisen. Die Empfehlungen beruhen auf dem erst vor kurzem vorgestellten aktuellen Österreichischen Impfplan - für die Anpassungen gibt es laut dem 20-köpfigen Autorenteam gute Gründe.

Ein Beispiel ist die Impfung gegen Diphtherie-Tetanus und Pertussis (Keuchhusten). "Laut Statistik Austria geben nur 50 bis 55 Prozent der Menschen zwischen 30 und 60 Jahren in Österreich an, gegen Diphtherie geimpft zu sein. Auffrischungsimpfungen (Tetanus; Anm.) wurden/werden im Rahmen von Verletzungen oftmals nur mit dem monovalenten Tetanusimpfstoff, aber nicht in Kombination mit Diphtherie getätigt, was eine geringere Durchimpfungsrate gegen Diphtherie als gegen Tetanus zur Folge hat."

Daher sollte im Verletzungsfall immer der Mehrfachimpfstoff Verwendung finden. Bei der Kinderlähmung (Polio) sollte der generelle Impfschutz aufrechterhalten werden, weil es zum Import der Erkrankungen aus anderen Weltregionen kommen kann. Bei Pertussis (Keuchhusten) wiederum ist es beispielsweise in den vergangenen Jahren weltweit zu einem Anstieg der Erkrankungsraten in allen Altersgruppen gekommen. Auch hier sollte jeweils die Kombi-Impfung angewendet werden. (APA, derStandard.at, 2.2.2015)

"Standardimpfungen" für Erwachsene laut dem Österreichischen Impfplan:

  • Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Polio: Auffrischung einmal alle zehn Jahre; bei Menschen über 60 alle fünf Jahre.

  • Masern-Mumps/Röteln: Erwachsene (egal welchen Alters) sollten zweimal geimpft sein - oder Antikörper im Blut nach überstandener Erkrankung haben. Ist das nicht der Fall oder gibt es keine Aufzeichnungen darüber, sollte zweimal geimpft werden. Das schließt Impflücken im Erwachsenenalter.

  • Varizellen (Feuchtblattern): Personen, die keine Antikörper aufweisen, sollten ebenfalls zweimal geimpft werden.Influenza: Wird für alle Erwachsenen jährlich empfohlen.

  • FSME ("Zeckenkrankheit"): Eine (Auffrischungs-)Impfung alle fünf Jahre - über 60 alle drei Jahre.

  • Pneumokokken: Ab dem 51. Lebensjahr sollte eine Immunisierung mit dem sogenannten konjugierten Impfstoff gegen 13 Varianten der Bakterien erfolgen, nach einem Jahr dann eine weitere Impfung mit dem älteren, 23-valenten Impfstoff.

  • Herpes Zoster: Ab dem 51. Lebensjahr empfohlen - einmalige Impfung.
  • Ein 20-köpfiges Expertenteam hat neue Impf-Empfehlungen erarbeitet.
    foto: martin oeser/dapd/apa

    Ein 20-köpfiges Expertenteam hat neue Impf-Empfehlungen erarbeitet.

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