Stadt Wien will Gesundheitsreform in Pilotprojekten erproben

2. Februar 2015, 08:38
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Primärversorgungszentren als erweiterte Gruppenpraxen in Donaustadt und Mariahilf - Gesetzesrahmen soll nicht mehr abgewartet werden

Wien - An zwei Standorten will die Stadt Wien erproben, ob die geplante Gesundheitsreform funktioniert. In der Nähe des Donauspitals im 22. Wiener Gemeindebezirk soll ein Primärversorgungszentrum aus drei Ärzten und Krankenpflegern eingerichtet werden, berichtet Ö1 im Morgenjournal.

Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) verspricht sich dadurch unter anderem eine direkte Vergleichsmöglichkeit zwischen Spitalsambulanz und Versorgungszentrum. Patienten, die ins Donauspital kommen, sollen auf das nahe gelegene Primärversorgungszentrum und die dort kürzeren Wartezeiten hingewiesen werden.

Gebiet ohne Krankenhaus

In einem zweiten Pilotprojekt in Wien-Mariahilf will sich Wehsely "ein dicht besiedeltes Gebiet anschauen", wo sich kein Krankenhaus in der Nähe befindet. Dort sollen neben Ärzten und Pflegern auch Physiotherapeuten und Sozialarbeiter ins Team einbezogen werden.

Das entspricht der Idee der geplanten Gesundheitsreform, die vorsieht, dass sich Behandlungsteams um die Patienten kümmern und untereinander absprechen - Patienten sollen sich insgesamt besser aufgehoben fühlen als in den Spitalsambulanzen.

Rechtliche Grundlagen noch unklar

Das Gesundheitsministerium arbeitet die rechtlichen Grundlagen für die geplante Reform derzeit aus - sie sollen bis Mitte des Jahres vorgelegt werden.

Die Stadt Wien will aber nicht abwarten und schon im Februar die ersten Stellen ausschreiben, sagte Stadträtin Wehsely im Morgenjournal. Sie gehe davon aus, dass beide Pilotprojekte als erweiterte Gruppenpraxen im zweiten Quartal 2015 starten können. Die Gebietskrankenkasse und die Stadt Wien wollen sich die Kosten teilen.

Auch in Oberösterreich startet bald ein Pilotprojekt. Die anderen Bundesländer wollen den Gesetzesrahmen abwarten. (red, derStandard.at, 2.2.2015)

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