Deutsche Post ortet Zustrom zu Subfirmen

1. Februar 2015, 12:31
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Die Deutsche Post will 20.000 Arbeitsplätze schaffen, 1.000 Menschen haben schon unterschrieben, die Gewerkschaft kritisiert Lohndrückerei

Bonn - Die Deutsche Post DHL hat in ihren umstrittenen neuen Sub-Gesellschaften nach eigenen Angaben schon 1.000 Mitarbeiter eingestellt. "Es haben bereits 1.000 Menschen Verträge bei Delivery unterschrieben, wenige Tage nachdem wir die Pläne bekannt gegeben hatten", sagte der für Versandhandel und Pakete zuständige Post-Vorstand Jürgen Gerdes der "Wirtschaftswoche". Diese Mitarbeiter wollten "gerne unbefristet zu diesen Konditionen in unseren neuen Gesellschaften arbeiten", wird Gerdes zitiert.

Die Post will in den 49 Regionalgesellschaften unter dem Namen DHL Delivery Gmbh bis zu 20.000 Arbeitsplätze für die Paketzustellung schaffen. Der Plan wird insbesondere von Gewerkschaftsvertretern scharf kritisiert, weil in den Regionalfirmen nicht nach dem Haustarif, sondern nach den Tarifregelungen der Speditions- und Logistikbranche gezahlt werden soll. Heute beim Mutterkonzern befristet beschäftigte Mitarbeiter, deren Verträge bald auslaufen, sollen der Post zufolge bevorzugt in den neuen Gesellschaften eingestellt werden.

Langfristige Perspektive

Gerdes erklärte, die bisher befristet beschäftigten Post-Mitarbeiter würden nach einem Wechsel weiterhin ihr Grundgehalt bekommen, auch wenn dieses über den Logistiktarifen liege. Dies sei eine Reaktion auf Gewerkschaftsforderungen nach unbefristeten Verträgen mit langfristiger Perspektive. Hauptzielgruppe seien allerdings Menschen, die bisher nicht für die Post gearbeitet hätten. Sie können laut Gerdes bei DHL Delivery mit Grundlöhnen von 10,32 Euro bis rund 18 Euro pro Stunde rechnen - abhängig von der Region, in der sie tätig sind. Für junge Leute seien die Jobs ein "Angebot bis zu Rente" betonte er.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Fachgewerkschaft der Post-Beschäftigten, die DPV, werfen dem Konzern vor, mit den neuen Sub-Gesellschaften bestehende Arbeitsplätze durch schlechter bezahlte Stellen ersetzen zu wollen. Die DPV sprach in der vergangenen Woche von "Lohndrückerei" und nannte das Verhalten des Konzerns "schäbig". (APA, 1.2.2015)

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