Lubomyr Melnyk: Rekord am Piano

30. Jänner 2015, 17:55
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Am Samstag gastiert der Pianist im Treibhaus in Innsbruck

Lubomyr Melnyk ist wohl einer der außergewöhnlichsten Pianisten der Gegenwart. Die Fachpresse rühmt ihn bisweilen als "Franz Liszt der Moderne". Und das nicht nur wegen seiner optischen Ähnlichkeit mit dem Altmeister, sondern insbesondere wegen seiner faszinierenden Spieltechnik.

Melnyk gilt als großer Erneuerer des Klavierspiels. In den 1970er-Jahren entwickelte er eine Technik, die er "continous music" nennt. Sie beruht darauf, dass er Töne und Notenabfolgen in einer unglaublichen Geschwindigkeit dauerhaft spielt. Dabei setzt er die Pedale so ein, dass sich magische Obertöne zu mystischen Interferenzen entwickeln. Endlose Wiederholungen tonaler Akkordbrechungen weben einen hypnotischen Klangteppich. Konzertbesucher berichten, sie hätten Trompeten und ganze Orchesterstücke aus seinem Klavierspiel herausgehört. Sein Stil erinnert an die minimalistische Tradition eines Philip Glass oder Steve Reich.

Seit 1985 gilt Melnyk als schnellster Pianist überhaupt. Mit über 19 Noten pro Sekunde und Hand und unvorstellbaren 93.000 gespielten Noten in einer Stunde schaffte er zwei Weltrekorde. Melnyk wurde 1948 als Kind ukrainischer Auswanderer in München geboren und ist in Kanada aufgewachsen. Am Samstag gastiert er im Treibhaus in Innsbruck. (dns, DER STANDARD, 31.1.2015)

31. 1., Innsbruck, Treibhaus, 21.05

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