Dittlbacher: "Die 'ZiB 2' kann ziemlich gefährlich werden"

30. Jänner 2015, 13:01
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Wrabetz zum 40. Geburtstag: "Eine der stärksten und wichtigsten Marken des ORF" - Spezialsendung mit Rückblick am 3. Februar

Wien - Die ORF-Informationssendung "Zeit im Bild 2" feiert am 3. Februar 40. Geburtstag. 10.400 Sendungen strahlte der ORF seit 1975 aus. Bundespräsidenten und Bundeskanzler standen im Studio Rede und Antwort, Yassir Arafat rückte mit unzähligen Leibwächtern zum Interview an, ein Kuh wurde durchs "ZiB 2"-Dorf getrieben, und Otto Waalkes kroch bei Ingrid Thurnher unter den Moderatorentisch.

"Seit vier Jahrzehnten ist die 'ZiB 2' eine der stärksten und wichtigsten Marken des ORF", meinte denn auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz Donnerstagabend bei einer Jubiläumsfeier im ORF-Zentrum. "Die 'ZiB 2' ist mit ihrer journalistischen Kompetenz und ihren starken Moderatorenpersönlichkeiten ein gutes Beispiel für die Informationskompetenz des ORF", so Wrabetz.

"Aufklären und Widerstand leisten"

Fernsehdirektorin Kathrin Zechner nannte die "ZiB 2" "journalistisch unbestechlich und resistent gegenüber manipulativen Machtkanälen". Zum "genetischen Code der 'ZiB 2' gehörten "Tagesgeschehen runtergebrochen auf Hintergrund, das Interview und der persönliche Esprit der Moderatoren". Zur Arbeit der Redaktion gehöre "aufklären und Widerstand leisten" so Zechner.

Eine "geniale Idee, die neue Maßstäbe gesetzt hat", nannte "ZiB 2"-Sendungschef Wolfgang Wagner das Format. "Die 'ZiB 2' ist eine Sendung mit Mehrwert und mit Tiefgang. Wenige Sendungen lösen so viele Reaktionen in den oberen Stockwerken des ORF aus."

"Entzauberung des Frank Stronach"

Ähnlich TV-Chefredakteur Fritz Dittlbacher: "Die 'ZiB 2' kann ziemlich gefährlich werden - den Menschen, über die dort berichtet wird, wenn ich etwa an die rasche Entzauberung des Frank Stronach denke, sie kann denen gefährlich werden, die dort nicht auftreten wollen, und sie kann Chefredakteuren und Geschäftsführung gefährlich werden, denn die 'ZiB 2' fühlt sich nur kritischem Journalismus verpflichtet." Dass die "ZiBs"und die TV-Information im ORF-Qualitätsmonitoring Bestnoten erzielten, verdanke man "den guten journalistischen Teams und auch der Geschäftsführung, die den Journalisten den Rücken frei hält", sagte Dittlbacher.

"ZiB 2"-Spezial am 3. Februar

Anlässlich des Jubiläums strahlt der ORF am 3. Februar um 22.25 Uhr "ZiB 2"-Spezial aus. Zu sehen sind dabei Höhepunkte aus den vergangenen 40 Jahren wie die auf zwei Stunden verlängerte "ZiB 2" zum Einsturz der Wiener Reichsbrücke, ein Frank Stronach, der sich nicht nur mit Lou Lorenz-Dittlbacher und Armin Wolf, sondern schon mit Robert Hochner Wortgefechte lieferte (Hochner: "Ich muss Sie jetzt unterbrechen auf die Gefahr hin, dass Sie den ORF kaufen und mich rauswerfen!", Stronach: "Wir werfen nie gute Leute raus!"), Helmut Zilk, der nach dem Briefbombenattentat seine "verkohlte Klaue" in die "ZiB"-Kamera hielt, Heinz Fischer, der Ingrid Thurnher seinen Beamten-Gehaltszettel präsentierte sowie Interviewausschnitte mit weltpolitischen Größen. Fehlen darf dabei auch nicht Otto Waalkes Auftritt aus dem Jahr 1997, der unter dem Moderatorentisch von Ingrid Thurnher endete (Otto: "Also liebe Zuschauer von 3sat, wir möchten uns verabschieden, ich hoffe es hat ein bisschen gefallen. Wenn's Ihnen gefallen hat, mein Name ist Otto Waalkes, wenn nicht, Frau Thurnher.") (APA, 30.1.2015)

  • Fritz Dittlbacher: Die "ZiB 2" habe zur raschen Entzauberung des Frank Stronach (hier verhaltensauffällig bei Armin Wolf zu Gast) beigetragen.
    foto: orf

    Fritz Dittlbacher: Die "ZiB 2" habe zur raschen Entzauberung des Frank Stronach (hier verhaltensauffällig bei Armin Wolf zu Gast) beigetragen.

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