Telekom-Mitbewerber warnen vor Remonopolisierung

30. Jänner 2015, 12:01
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"Eine Milliarde reicht nicht, um Glasfaser zu jeden Bauernhof zu verlegen"

Vom 30 Mio. Euro schweren Förderprogramm "Breitband Austria 2013" sind 71 Prozent an die teilstaatliche Telekom Austria gegangen, rechnet der Verband der Alternativen Telekombetreiber (VAT). Sollte dieses Ungleichgewicht auch bei der Breitbandmilliarde auftreten, dann sei dies eine "Remonopolisierungshilfe" statt einer Infrastrukturförderung, warnt VAT-Präsident und "3"-Chef Jan Trionow.

"Wird in einem Gebiet der Breitbandausbau gefördert, muss ein unbefristeter, gleichberechtigter Zugang für alle Mitbewerber zur geförderten Infrastruktur gewährleistet sein", so Trionow am Freitag vor Journalisten.

Warnung vor überzogenen Forderungen

Dem niederösterreichischen Modell einer landeseigenen Netzinfrastruktur erteilt er eine Absage. Dies würde zu einem Fleckerlteppich führen sowie den Ausbau verteuern und verlangsamen. "Außerdem würde bei diesem Ansatz auf die Verdopplung der Fördersumme durch die Telekombetreiber verzichtet", gibt Trionow zu bedenken. Viel wichtiger sei es, dass eine fundierte Bestandserhebung durch die Gemeinden vorgenommen werde.

Und er warnt vor überzogenen Forderungen. "Eine Milliarde reicht nicht, um Glasfaser zu jeden Bauernhof zu verlegen", so Trionow.

Ende der verpflichtenden Papierrechnung

Von der heuer geplanten Novelle des Telekommunikationsgesetzes erhofft sich der VAT ein Ende der verpflichtenden Papierrechnung und die Abschaffung der Verpflichtung, für die öffentlichen Telefonzellen der Telekom mitzahlen zu müssen. In Zeiten, in denen jeder Österreicher statistisch gesehen eineinhalb SIM-Karten hat, sei der Bedarf der Telefonzellen fraglich. (APA, 301.1. 2015)

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